Habeck: Grüne sollen "ökologische und linksliberale" Partei sein

Der für den Grünen-Vorsitz kandidierende schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck plädiert dafür, dass künftig auch Politiker mit Regierungsverantwortung dem Bundesvorstand seiner Partei angehören können

Falls Robert Habeck Vorsitzender der Grünen wird, will er die Partei als "progressive, ökologische und linksliberale" Kraft aufstellen. "Wir sind als Bewegung von der Straße entstanden und haben mit unserer Kraft Verkrustungen aufgebrochen", sagte Habeck der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). "Daran können wir andocken und die Trommeln für eine den Menschen zugewandte, optimistische Politik schlagen."

Der Umweltminister von Schleswig-Holstein will Ende Januar für den Parteivorsitz kandidieren. Eine weitere Kandidatin ist die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock. Habeck nannte sie eine "starke Politikerin". Ob die beiden die zwei Posten der Parteivorsitzenden aber zusammen einnehmen, ist bei den Grünen umstritten.

Habeck und Baerbock werden dem Realo-Flügel der Partei zugerechnet. Normalerweise teilen sich eine Frau und ein Mann den Vorsitz, die beide Flügel repräsentieren. "Bislang wurden Teams bei uns nach Flügellogik zusammengesetzt", sagte Habeck. Die Partei mache nun aber genau das Notwendige: "Wir diskutieren, wie und wer wir in Zukunft sein wollen. Und dann wählen wir uns den Vorstand dazu."

Derzeit führen der Realo Cem Özdemir und die dem linken Flügel zugerechnete Simone Peter die Partei. Özdemir will den Vorsitz aufgeben, Peter hat ihre erneute Kandidatur angekündigt.