"Habe zu vieles mitbekommen": Das nahm Peter Neururer die naive Liebe am Fußball

Kulttrainer Peter Neururer blickt mit zunehmender Skepsis auf das Fußballgeschäft. (Bild: Imago)
Kulttrainer Peter Neururer blickt mit zunehmender Skepsis auf das Fußballgeschäft. (Bild: Imago)

Nicht nur in seinen alten Wirkungsstätten Bochum und Schalke ist Peter Neururer bis heute ein gern gesehener Gast. Doch längst nicht alles am heutigen Fußballgeschäft bringt dem Ex-Trainer und TV-Experte Freude. In einem Interview ließ er sich nun über Kommerzialisierung im Fußball aus.

In Bochum werden sie den Mann mit dem wallenden Haar und dem charakteristischen Schnäuzer nie vergessen: Peter Neururer führte den vormals biederen Pottklub VfL Bochum nicht nur zum Bundesligaaufstieg. Mit seiner Elf um "Zaubermaus" Dariusz Wosz und den niederländischen Keeper Rein van Duijnhoven zog der Trainer sogar in den UEFA-Cup ein.

Mittlerweile hat Neururer das Trainergeschäft längst hinter sich gelassen, ist aber weiterhin gern gesehener Gast in Fußball-Talks. Seine Rolle begreift er dort nicht nur als Erklärer, sondern auch als Entertainer. "Er ist für eine gute Einschaltquote mit verantwortlich", beschrieb der 67-Jährige sein Selbstverständnis im Interview mit der Agentur teleschau. Gleichzeitig machte Neururer deutlich, wieder vermehrt über das Spiel auf dem Platz sprechen zu wollen. "Es wird nicht mehr über die Entwicklung des Fußballs geredet, sondern über die Entwicklung des Geschäfts", beklagte der Kulttrainer eine zunehmende Kommerzialisierung des Ballsports.

Nicht nur im "Doppelpass" wird regelmäßig auf die Expertenmeinung von Peter Neururer gesetzt. (Bild: SPORT1 / Rupp)
Nicht nur im "Doppelpass" wird regelmäßig auf die Expertenmeinung von Peter Neururer gesetzt. (Bild: SPORT1 / Rupp)

"Fußball war immer mein Lebensinhalt"

Das führe auch dazu, dass die kindliche Liebe, die ihm Ruhrpott dem Fußball oft entgegengebracht wird, bei Peter Neururer mittlerweile erlischt ist. "Ich habe zu viele Dinge in all den Jahren mitbekommen", sagte er der teleschau. Vom Sport, den er einst kennen und lieben gelernt hatte, sei nicht mehr viel übrig.

"Und trotzdem will ich den Fußball lieben. Ich versuche an dem krampfhaft festzuhalten, was ich lieben gelernt habe", übte sich der einstige Coach in Durchhalteparolen. Was bleibt ihm auch anderes übrig: Neururer, der alleine drei Jahrzehnte an der Seitenlinie stand, kann sich ein Leben ohne Fußball einfach nicht vorstellen: "Nein, niemals. Ich bin mit Fußball groß geworden, er war immer mein Lebensinhalt."

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