„Ich habe in vielen Meetings geweint“: Verena Bahlsen schreibt emotionalen Abschiedstext über ihr Karriere-Ende beim Keks-Konzern

Unternehmenserbin Verena Bahlsen wird sich künftig Projekten außerhalb des Keksherstellers widmen. - Copyright: picture alliance/dpa | Monika Skolimowska
Unternehmenserbin Verena Bahlsen wird sich künftig Projekten außerhalb des Keksherstellers widmen. - Copyright: picture alliance/dpa | Monika Skolimowska

Verena Bahlsen, die Tochter des Firmenpatriarchen Werner M. Bahlsen, hat auf Linkedin einen Abschiedstext über ihr Karriere-Ende beim Keks-Konzern veröffentlicht. Sie verlasse das Unternehmen aus „persönlichen Gründen“, schreibt sie auf der Social-Media-Plattform.

Seit 2018 war die 29-Jährige als aktive Gesellschafterin im Unternehmen tätig. Ihre „aktive Rolle als Chief Mission Officer“ wird sie zum Ende des Jahres beenden.

Panikattacke im Weizenfeld

Die Zusammenarbeit mit den ehemaligen Bahlsen-Kollegen habe ihr „Leben verändert“, so die junge Unternehmenserbin auf Linkedin. Es sei ihr oft „peinlich“ gewesen, wenn Mitarbeiter sie in „Momenten der Angst, der Überforderung oder der Unsicherheit“ gesehen hätten.

Bei einem Ereignis wird sie konkret: „Ich habe mit unserem CEO in einem deutschen Weizenfeld gestanden und eine Panikattacke gehabt“, so Bahlsen. „Ich habe in vielen Meetings geweint. Ich war manchmal unfreundlich oder ungeduldig, habe Leute unterbrochen, wenn ich hätte zuhören sollen, oder war kalt und hart, wenn ich hätte weich bleiben sollen.“

Im Nachgang dankt sie ihren baldigen Ex-Kollegen für die Unterstützung und dass sie ihr „Raum gelassen haben“.

„Wenn also jemand einen Job für mich hat, bitte melden“

Was sie als Nächstes macht? „Keine Ahnung“, schreibt die Erbin. Sie wisse, dass sie Marken „liebe“ und sie glaube, dass zumindest „gute“ Marken in ihrem Kern ein Mittel seien, um Menschen miteinander zu verbinden. Darüber möchte sie dem Linkedin-Posting zufolge mehr lernen. „Ich habe beschlossen, mir etwas Zeit zu nehmen und all die verschiedenen Möglichkeiten kennenzulernen, wie Menschen Geschichten erzählen und einander inspirieren.“

Bahlsen will lernen, wie man schreibt – und „zwar richtig“. Sie möchte ein Praktikum an einem Filmset machen und freiberuflich am Aufbau von Marken arbeiten. „Wenn also jemand einen Job für mich hat, bitte melden“, schreibt sie scherzhaft, versehen mit einem Zwinkersmiley. Aber zuerst wolle sie sich ein paar Wochen Zeit nehmen, um surfen zu gehen, am Strand zu sitzen und „skandalös unproduktiv“ zu sein.

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lg