Ich habe mir abgewöhnt, mehr als 5 Stunden pro Tag am Telefon zu hängen — mein Trick kann selbst der geschäftigsten Führungskraft helfen

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Nachdem ich mein erstes Smartphone bekommen hatte, begann ich morgens, den Wecker zu verschlafen, ihn noch einmal zu verschlafen und dann direkt nach dem Telefon zu greifen, um meine Benachrichtigungen zu lesen. Ich verlor das Zeitgefühl, während ich im Bett lag und meine E-Mails, sozialen Medien und die aktuellen Nachrichten überprüfte. Kommt euch das bekannt vor?

Fast zwanzig Jahre lang habe ich in der Immobilienbranche als Führungskraft gearbeitet und mich darum gekümmert, dass große Projekte genehmigt und gebaut werden. Im Herzen eine Nomadin, lebte ich in San Diego, Sydney, London und San Francisco und war an einigen der wertvollsten Immobilienprojekte der Welt beteiligt.

Eine Frau in einer männerdominierten Branche zu sein, erforderte eine Menge Mut und Hartnäckigkeit — und ich liebte es. Hinter den Kulissen meiner blühenden Karriere gab es jedoch Jahr für Jahr chronische Gesundheitsprobleme. Meine Tage bestanden oft aus aufeinanderfolgenden Meetings und Arztterminen. Ich war nonstop unterwegs, ohne auch nur zweimal darüber nachzudenken. Ich glaubte nicht, dass mein Lebensstil etwas mit meinen Gesundheitsproblemen zu tun hatte, bis ich eines Tages eine verblüffende Statistik entdeckte: 75 bis 90 Prozent der Arztbesuche sind auf stressbedingte Probleme zurückzuführen. Dieser Tag veränderte mein Leben für immer.

Mit dem neu gewonnenen Wissen ging ich meinen Gewohnheiten auf den Grund

Ich habe immer gedacht, dass ich nichts an meiner Art der Telefonnutzung ändern muss. Doch dann habe ich festgestellt, dass ich mehr als fünf Stunden pro Tag am Smartphone hing — das entspricht der durchschnittlichen Bildschirmzeit der meisten Amerikanerinnen und Amerikaner. Hochgerechnet ergibt das 76 Tage in einem Jahr. Das heißt, dass ich 20 Prozent meines gesamten Jahres am Telefon verbrachte! Darüber war ich so erschrocken, dass ich etwas unternehmen musste.

Ich hatte schon früher versucht, die Bildschirmzeit zu reduzieren und war immer gescheitert. Anstatt also alles auf einmal zu ändern, begann ich ganz langsam ganz kleine Änderungen vorzunehmen, damit es schwer wurde, zu scheitern. Es gelang mir, jede Woche eine bis 15 Minuten Bildschirmzeit zu reduzieren und in dieser Zeit neue, gesündere Gewohnheiten einzubauen.

Das Bewusstsein für die Wirkung von kleinen Veränderungen hat mir geholfen, meine Telefonnutzung um sechs Minuten pro Tag zu reduzieren. Über das ganze Jahr gerechnet sind das 37 Stunden — fast eine ganze Arbeitswoche! Angesichts der schnellen Fortschritte, die ich damit erzielte, wollte ich unbedingt mehr.

Ich fühlte mich gesünder, energiegeladener und glücklicher

Heute benutze ich mein Telefon im Durchschnitt 2,5 Stunden am Tag, oft sogar viel weniger. Das Smartphone lenkt mich nicht mehr ständig ab. Ich nutze es sogar als Werkzeug, um meinen Fokus und meine Energie zu verbessern, durch Apps wie Forest, Breathwrk und Insight Timer.

Diese Veränderung war so tiefgreifend, dass ich die Botschaft an andere weitergeben wollte. Mit meiner neu gewonnenen Zeit fing ich an, nebenbei mein eigenes Unternehmen aufzubauen, während ich Vollzeit arbeitete. Die Änderung meiner Gewohnheiten hat mein Leben und meinen Karriereweg stärker verändert, als ich es mir je hätte vorstellen können. Ich lebe jetzt in New York City und leite NourishX. Es ist mein Traum, anderen dabei zu helfen, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um ihr wertvollstes Gut — ihre Zeit und ihr Wohlbefinden — Schritt für Schritt zu verbessern. Hier sind drei Tipps, die euch helfen, mehr Zeit für euch zu gewinnen.

1. Ändert eure Denkweise

Ein wesentlicher Faktor für die Veränderung einer Gewohnheit ist, dass ihr daran glaubt, dass ihr euch ändern könnt. Es geht nicht darum, das Smartphone aufzugeben, sondern eine angemessene Haltung gegenüber den Geräten zu entwickeln. Ändert eure Denkweise von "Ich möchte meine Zeit nicht mit meinem Telefon verschwenden" zu "Ich möchte meine Zeit nutzen, um mich zu verwirklichen."

2. Überdenkt eure Beziehung zu eurem Telefon

Betrachtet die Apps, die ihr benutzt, nicht als "schlecht". Fragt euch vielmehr, wie ihr es heute ein kleines bisschen besser machen könnt als gestern. Setzt euch ein Ziel, warum ihr den Telefongebrauch reduzieren wollt. Meine Ziel war es, meine Gesundheit zu verbessern. Danach solltet ihr euch überlegen, welche Ersatzaktivitäten ihr öfter machen wollt. Ich habe mich für das Hören von Podcasts, Hörbüchern und Lesen entschieden.

3. Geht in kleinen Schritten vor

Beginnt mit ein- bis fünfminütigen Reduzierungen und verkürzt eure Bildschirmzeit jede Woche ein wenig mehr. In seinem Buch "Tiny Habits - The Small Changes That Change Everything“ beschreibt der Experte für Verhaltensänderungen, B.J. Fogg, dass bereits kleinste Verhaltensänderungen eine große Wirkung haben, weil sie für ein Erfolgserlebnis sorgen. Das kann dazu beitragen, dass ihr eure Ansprüche an Ziele und euch selbst verändert.

Dieser Artikel wurde von Ilona Tomić aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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