"Habe fertig": Hoeneß sagt emotional Adé - und stichelt

SPORT1

Es war der erwartet große Auftritt: Uli Hoeneß hat sich als Präsident des FC Bayern verabschiedet.

Auf der Jahreshauptversammlung des deutschen Rekordmeisters am Freitagabend trat der 67-Jährige zum letzten Mal im Amt auf - und glänzte dabei mit Klartext, wie man es von ihm gewohnt ist.


In seiner rund 18 Minuten langen Rede lobte Hoeneß das aktuelle Bayern-Team und Trainer Hansi Flick für den Sieg im Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund, erzählte von seinen Anfängen als Manager und stichelte gegen den Lokalrivalen TSV 1860 München.

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SPORT1 fasst die wichtigsten Aussagen von Hoeneß, der am Ende des Abends zum Ehrenpräsidenten gewählt wurde, zusammen.


Uli Hoeneß ...

... über den Sieg gegen den BVB am letzten Wochenende: "Zunächst einmal möchte ich mich bei unserer Mannschaft und den Trainern bedanken, dass sie am letzten Wochenende die Tür geöffnet haben für eine fantastische Jahreshauptversammlung. Hansi Flick, unsere Mannschaft hat Borussia Dortmund attackiert, dominiert und am Ende deklassiert. Das hat mir gut gefallen. Und was mich sehr geärgert hat: dass ich danach lesen musste: 'Dortmund war so schwach'. Ich habe nicht gehört: 'Bayern war so stark'. Denn wenn wir immer so spielen würden wie letzten Samstag, gäbe es wenige Mannschaften auf dieser Welt, die uns schlagen würden. Das müsst ihr wissen."

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... über den Sieg der Bayern-Basketballer: "Was besonders schön war, am nächsten Tag hat auch noch unsere Basketball-Mannschaft gegen ALBA Berlin ihr Heimspiel gewonnen. Das ist ja der stärkste Gegner in der Bundesliga, und damit war das Wochenende für die Familie Hoeneß natürlich gerettet."

... über seinen Start als Manager: "Da kam dann, als ich das letzte halbe Jahr meiner Karriere beim FC Nürnberg spielte ... gut, es war ein kleiner schwarzer Fleck ... Da bekam ich einen Anruf von Herrn Neudecker, ob ich mir vorstellen könne, dass ich Manager beim FC Bayern werde. Dann habe ich ihm gesagt, ich muss heute Nacht mal mit meinen Ärzten sprechen und wenn die sagen, ich soll aufhören, dann komme ich. Also, gesagt, getan. Ich habe dann noch ein paar Spiele beim FC Nürnberg gespielt. Und dann habe ich am 1. Mai 1979 angefangen."

... über Oliver Kahn: "Da hast du viel Arbeit, um diesen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden."


... nochmals über Kahn sowie Salihamidzic und Transfers: "Mit Alphonso Davies hat Hasan Salihamidzic ein echtes Schnäppchen nach München geholt", lobte der scheidende Bayern-Präsident den Sportdirektor, der in Kürze zum Sportvorstand ernannt werden soll. "Dass Oliver Kahn bereit ist, Karl-Heinz Rummenigge in zwei Jahren nachzufolgen, ist doch etwas ganz Besonderes. Aber auch da muss man Geduld haben. Ihr müsst zusammenhalten!"

... über das Stadion: "Mein Traum war immer, ein eigenes Stadion zu bauen. Diesen Traum haben wir uns mit der Allianz Arena erfüllt", erklärt Hoeneß. "Ich finde, dass die Allianz Arena bis heute das schönste Stadion der Welt ist."

... über den TSV 1860 München in der Allianz Arena: "Zuletzt mussten wir ja zwangsweise, notwendigerweise, von der Stadt gedrängt, einen Partner aufnehmen, der ziemlich schwindsichtig war. Und als die dann von uns gewichen sind, dann haben wir angefangen, richtig wie die Made im Speck zu leben."

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... über Franck Ribéry: "Franck Ribèry ist der beste Beweis, dass Dankbarkeit in unserer Gesellschaft noch etwas wert ist."

... über den FCB und Soziales: ""Der Tanker FC Bayern muss geradeaus fahren - nicht nach links schauen und schon gar nicht nach rechts! (...) Der FC Bayern muss sozial sein. Selbstbewusst, aber nicht arrogant", so Hoeneß unter dem Applaus der Bayern-Mitglieder. "Wir müssen auch an die kleineren Vereine denken. Wir haben auch mal klein angefangen."

...über seine weitere Zukunft: "Irgendwann werde ich etwas im sozialen Bereich tun."


... über seinen Nachfolger: "Dass wir eine Persönlichkeit wie Herbert Hainer gewonnen haben, ist für diesen Verein eine wunderbare Sache."

... mit einem Tipp an seine Nachfolger: "Die Gegner sitzen draußen, nicht zu Hause! Ihr müsst ein starkes Team sein, dann kann den FC Bayern in Deutschland sowieso keiner, aber auch international nur wenige Vereine schlagen."

... seinen Abschied: "Ich möchte mich bei allen sehr herzlich bedanken. Es war eine wunderschöne Zeit. Ich sage, das war's. Ich habe fertig. Danke."