Darum habe ich Aktien der „kanadischen Berkshire Hathaway“ gekauft

In die Erde gepflanzte Dollar-Geldscheine sollen wachsen und Ertrag bringen
In die Erde gepflanzte Dollar-Geldscheine sollen wachsen und Ertrag bringen

Warren Buffetts Fokus auf Value Investments hat seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway langfristig extrem hohe Wertsteigerungen beschert. Daher werden bei ähnlich aufgestellten Unternehmen gerne Parallelen gezogen. Eines dieser Unternehmen ist Brookfield Corporation (WKN: A3D3EV) aus Kanada. Im Folgenden schauen wir auf das Geschäftsmodell von Brookfield und darauf, warum ich vor einigen Wochen in diese Aktie investiert habe.

Was macht Brookfield Corporation?

Auf den ersten Blick ist der Brookfield-Konzern etwas schwer zu durchschauen. Denn neben der Brookfield Corporation gibt es noch eine Reihe weiterer börsennotierter Unternehmen wie Brookfield Renewable Partners, Brookfield Infrastructure Partners und seit ungefähr einem Monat auch Brookfield Asset Management.

All dies sind Tochtergesellschaften mit einem speziellen Investmentfokus. Brookfield Renewable zählt zum Beispiel zu den größten Investoren in erneuerbare Energien und betreibt weltweit unzählige Wasser-, Wind-, und Solarkraftwerke sowie Energiespeicher. Brookfield Infrastructure verfügt über ein breites Spektrum an Infrastrukturanlagen. Dieses reicht von Häfen in Australien über Datenzentren in Südamerika bis zu Strom- und Gasleitungen in England. Das Immobilienportfolio von Brookfield Office Properties umfasst unter anderem den Bürokomplex am Potsdamer Platz in Berlin.

Diese Tochtergesellschaften wurden über die Zeit an die Börse gebracht, sind als US-Limited Partnership-Aktien in Deutschland jedoch nur schwer handelbar. Brookfield Corporation hält als Muttergesellschaft Anteile an allen Töchtern und ist als „normale“ Aktie problemlos handelbar. Die Brookfield Corporation ist also eine der größten Investmentgesellschaften der Welt und konzentriert sich als solche auf langfristige Anlagen in ein breites Spektrum von alternativen Vermögensgegenständen.

Wie entwickelt sich das Geschäft?

Auf lange Sicht hat sich Brookfield extrem gut entwickelt. Getrieben durch eine starke Ausweitung des Geschäfts wuchs der ausschüttbare Gewinn in den letzten 20 Jahren um den Faktor 12. Der Aktienkurs (inklusive Dividenden) stieg mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 19 % und hängte damit den breiten Markt locker ab.

Auch in den letzten zwölf Monaten entwickelte sich das Geschäft gut. Der ausschüttbare Gewinn stieg um 29 %. Zudem wurden allein im letzten Quartal Kapitalzuflüsse in Höhe von 33 Mrd. US-Dollar verzeichnet. Der Konzern nutzte die teilweise gesunkenen Bewertungen und die Tatsache, dass Kapital wertvoller geworden ist, und investierte in den letzten Monaten in großem Stil.

So wurde zum Beispiel für 17,5 Mrd. US-Dollar ein Anteil an den deutschen und österreichischen Funktürmen der Telekom erworben, ein Investment von bis zu 30 Mrd. US-Dollar in Chipfabriken von Intel verkündet sowie für 8 Mrd. US-Dollar eine Mehrheitsbeteiligung an dem Kernkraftwerksunternehmen Westinghouse Electric Company erworben. Ein weiteres interessantes Investment, das das breite Anlagespektrum des Konzerns verdeutlich, war eine Investition von 2 Mrd. US-Dollar in Musikrechte, zu denen unter anderem die Songs von Whitney Houston gehören.

Warum habe ich in die Aktie investiert?

Da Brookfield Ende des letzten Quartals über investierbares Kapital von satten 125 Mrd. US-Dollar verfügte, erwarte ich weitere interessante Deals in den nächsten Monaten. Größenvorteile und die spezifische Expertise sollten sich auszahlen und dazu beitragen, dass der Konzern mit seiner klaren, zukunftsgerichteten Investmentstrategie gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erfolgreich sein wird.

Mit dem Fokus auf günstig bewerteten, alternativen Anlagen mit starken Cashflows ist die Aktie ein schöner Ausgleich in meinem ansonsten eher technologielastigen Portfolio. Darüber hinaus finde die Aktie nach einem Kursrückgang von 27 % im letzten Jahr nicht zu teuer. Das Unternehmen erzielt heute bereits 5 Mrd. US-Dollar Free Cashflow im Jahr und geht davon aus, diese Cashflows kontinuierlich weiter zu steigern. Gemessen daran und an dem Ziel des Managements, eine langfristige jährliche Rendite von 15 % zu generieren, erscheint mir die Marktkapitalisierung von 55 Mrd. US-Dollar nicht zu hoch (Stand: 10.01.23).

Der Artikel Darum habe ich Aktien der „kanadischen Berkshire Hathaway“ gekauft ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Brookfield Corporation. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway und Brookfield Infrastructure Partners.

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