Ich habe 10.000 Dollar von meinem Opa geerbt — so hat das Geld mein Leben verändert

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Ein paar Monate nach dem Tod meines Großvaters bin ich aufgewacht und hatte eine E-Mail von meinem Vater mit dem Betreff: „Schau mal auf dein Konto“ bekommen.

Die E-Mail wurde an meine Schwestern und mich geschickt. „Es erstaunt mich, dass meine Mutter und mein Vater mit einem einzigen Einkommen sieben Kinder großziehen konnten. Wir waren nicht reich, aber lebten ein schönes Mittelklasse-Leben. Meine Mutter war die Königin der Coupons“, schrieb mein Vater.

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„Noch erstaunlicher ist, dass sie mit einem einzigen Einkommen nicht nur eine Familie gründen, sondern auch noch sparen konnten. Mein Vater hinterließ seinen Kindern ein beträchtliches Erbe und ich möchte einen Teil davon mit euch Mädchen teilen.“

Er hatte 10.000 Dollar auf jedes unserer Konten eingezahlt. Ich konnte es nicht glauben.

Für jemanden mit einem riesigen Treuhandfonds klingt das wahrscheinlich nicht nach einer lebensverändernden Summe. Aber meine Finanzen und meine Art, über Geld zu denken, hat das Erbe völlig verändert.

Ich habe mit dem Geld einige Schulden beglichen, ein Auto gekauft und in einen Notfallfonds eingezahlt — mein ganzes Leben hat sich verändert

Etwa zu der Zeit, als ich diese E-Mail von meinem Vater erhalten habe, hatte ich die vorhergehenden zwei Jahren gearbeitet, um Kreditkartenschulden zu begleichen, die ich nach einem Umzug ins Ausland und einem Jobwechsel angehäuft hatte. Ich hatte noch 3.000 US-Dollar restliches Guthaben auf meiner Kreditkarte und nur noch sechs Monate Zeit, bevor sich der Zinssatz für mein Restguthaben erhöhen würde.

Das Erste, was ich also an diesem Morgen tat, nachdem ich das, was ich gelesen hatte, realisiert hatte, war, meine Schulden zu begleichen. Einfach so war ich offiziell schuldenfrei. Es fühlte sich an, als wäre eine große Last von mir genommen worden — ich konnte alles tun!

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Ich hatte immer noch 7.000 Dollar übrig. Gegen Ende der E-Mail hatte mein Vater geschrieben: „Bezahlt nicht nur Rechnungen (obwohl ihr vielleicht etwas davon dazu brauchen werdet). Denkt darüber nach, wie ihr wenigstens einen Teil davon für etwas verwenden könnt, das für euch unvergesslich und sinnvoll ist.“

Ich dachte eine Weile darüber nach, wie ich den Rest des Geldes auf eine Weise verwenden könnte, die mein Leben sinnvoll beeinflusst — und nicht nur kurzfristig. Ich wusste, dass ich einen Teil davon sparen wollte, aber ich wollte auch ein wenig für etwas Besonderes ausgeben.

Grundlegende finanzielle Sicherheit hat meine Lebensqualität erheblich verbessert

Ich bin vor einigen Jahren nach Costa Rica gezogen und lebe dort seitdem autofrei. Ich habe das Leben ohne Auto zwar genossen, aber es war schwierig, ohne Auto irgendwo hinzukommen, weil in der ländlichen Kleinstadt, in der ich lebe, nur einmal am Tag ein Bus kommt.

Abgesehen davon, dass alltägliche Besorgungen ein wenig mühsam waren, konnte ich das Leben in einem Land voller Schönheit ohne Auto kaum ausnutzen. Denn Ausflüge zum Strand oder zu einem neuen Wandergebiet waren ohne Auto eine Tortur. Also gab ich 3.000 Dollar für ein älteres, gebrauchtes Auto aus, das ich in bar bezahlt habe.

Die übrigen 4.000 Dollar habe ich auf ein ertragreiches Sparkonto eingezahlt. Das war der Beginn meines Notfallfonds, den ich schon lange anlegen wollte, sobald ich meine Schulden abbezahlt hatte. Als Freiberuflerin mit unsicherem Einkommen und als jemand, der im Ausland lebt, weit weg von jeder Familie, brauchte ich einen.

Seither habe ich diesen Fonds auf 30.000 Dollar aufgestockt, so dass ich genug habe, um Notfälle oder Arbeitsausfälle abzudecken, aber auch, um in mich selbst zu investieren und Risiken einzugehen, wenn sich Chancen ergeben. Das hat meine Lebensqualität ebenso verbessert wie die Schuldenfreiheit.

Warum die Großzügigkeit meiner Familie dazu führte, dass ich selbst Vermögen aufbauen wollte

Hätte man mich vor ein paar Jahren gefragt, was 10.000 Dollar für mein Leben bedeuten könnten, hätte ich die Dinge aufgezählt, die ich gebrauchen könnte. Ich wusste, dass Geld mir materiell helfen könnte, aber ich ahnte nicht, wie sehr es meine Mentalität, den Optimismus und die Freiheit verändern würde, die ich auf dem Weg zu finanzieller Sicherheit empfinden würde.

Das Gefühl finanzieller Sicherheit veränderte jeden Aspekt meines Lebens, von meiner geistigen Gesundheit über meine Karriere bis hin zu meiner Beziehung. Ich hätte zwar auch ohne die 10.000 Dollar an diesen Punkt kommen können. Aber dieser rechtzeitige Auftrieb war genau das, was ich gebraucht habe, um das Licht am Ende des Tunnels zu sehen und zu erkennen, dass ich in der Lage war, die Kontrolle über mein finanzielles Leben zu gewinnen.

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Das machte mir klar, welche Macht selbst kleine Geschenke im finanziellen Leben eines Menschen haben können, besonders in Zeiten der Not. Ich hatte noch nie über Vermögensaufbau nachgedacht oder mir Gedanken darüber gemacht, etwas zurückzulassen, weil ich nicht vorhatte, Kinder zu bekommen. Doch durch das Geschenk meines Großvaters wurde mir klar, dass ich keine Kinder brauchen würde, um, wie er, etwas zurückzugeben. Wenn ich es schaffe, ein wenig Vermögen aufzubauen, wird mir das die Möglichkeit geben, meinen liebsten Menschen zu helfen und sie finanziell zu unterstützen, wenn sie eines Tages Hilfe brauchen.

Ich könnte Geld sparen, um das College-Studium einer Nichte oder eines Neffen zu finanzieren, meiner jüngsten Schwester eine Reise zum Schulabschluss zu ermöglichen oder meinem besten Freund zu helfen, eine teure Autoreparatur zu bezahlen. Vielleicht könnte ich eines Tages mit meinem Vater auf eine Reise gehen, als Dankeschön für alles, was er für mich getan hat.

Die Grundlagen des Vermögensaufbaus

Das hat mich motiviert, meine Sparquote zu steigern und endlich, zum ersten Mal in meinem Leben, zu investieren. Die Grundlagen des Vermögensaufbaus sind folgende: mehr Geld verdienen, mehr Geld sparen und mehr Geld investieren.

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Ich habe mir im vergangenen Jahr das Ziel gesetzt, mein Einkommen als Freiberuflerin zu erhöhen und habe es bereits erreicht. Daher ist mein Ziel für dieses Jahr, mir weitere Ziele zu setzen und gleichzeitig meine Einkommensquellen weiter zu diversifizieren, um zusätzliche Stabilität zu bekommen.

Mein zweites Ziel ist es, mindestens 50 Prozent meines Einkommens zu sparen, was dadurch möglich ist, dass ich mit sehr wenigen Fixkosten lebe — zum Beispiel einer niedrigen Miete, dank der Tatsache, dass ich in einer ländlichen Gegend wohne und ein relativ hohes Einkommensniveau im Verhältnis zu diesen Kosten habe.

Wenn ich nur an mich selbst denken würde, könnte ich kein Vermögen aufbauen

Der Teil meines Geldes, den ich spare, zahle ich zum einen auf ein Sparkonto ein, um genügend Bargeldreserven zu haben, auf die ich kurzfristig zugreifen kann. Das restliche Geld nutze ich für den Aufbau meiner mittel- und langfristigen Investitionen.

Wenn ich nur an mich selbst denken würde, würde ich mich nicht gezwungen fühlen, Vermögen aufzubauen. Ich kann mit relativ wenig Geld auskommen und, wie gesagt: Ich will keine Familie gründen. Aber die Großzügigkeit meines Großvaters und meines Vaters hat mich dazu gebracht, dass ich in der Lage sein möchte, das Gleiche für andere zu tun.

Dieser Artikel erschien bei Business Insider bereits im Januar 2020. Er wurde nun erneut geprüft und aktualisiert.

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