Haas sauer auf Alonso: Rennkommissare haben die Nase voll

Norman Fischer
Dass Fernando Alonso wieder die Rennkommissare bemühen wollte, nervt Günther Steiner: Grosjean habe nichts falsch gemacht, was selbst Alonso zugeben musste

Bei Haas ist man genervt von den ständigen Beschwerden Fernando Alonsos. "Das war Bullshit", sagt Teamchef Günther Steiner, nachdem der Spanier Romain Grosjean bei den Rennkommissaren anschwärzen wollte. Grosjean hatte Alonso am Ende der ersten Virtuellen Safety-Car-Phase überholt, obwohl der McLaren-Pilot laut eigener Aussage genau am Delta gewesen sei.

"Wir haben nichts falsch gemacht", wehrt sich Steiner im Anschluss. "Die Entscheidung ist schwarz-weiß. Es gibt keine Meinung darüber, sondern das ist ein Zeitenthema", so der Südtiroler, der von den Tiraden Alonsos genervt ist. "Er versucht das jedes Mal, und ich denke, dass auch die Stewards genug davon haben." Die Rennkommissare sahen zumindest keinen Anlass, die Szene zu untersuchen.

Nach dem Rennen konnte auch Alonso selbst zugeben, dass Grosjean in diesem Moment einfach pfiffiger war: "Er hat mir da echt die Butter vom Brot genommen und es einfach besser gemacht", sagt der Spanier.

Er erklärt, wie es dazu kommen konnte: "Wir werden ein paar Sekunden vorgewarnt, wenn das Safety-Car endet, also habe ich versucht, so nah wie möglich an das Delta zu kommen. Und als es Grün wurde, habe ich Vollgas gegeben und Grosjean war bereits neben mir", so Alonso. "Er muss eine perfekte Beschleunigung und perfektes Timing gehabt haben, von daher habe ich meine Position da verloren."

Im Ziel lag Alonso mit Rang acht aber zwei Plätze vor Grosjean. Weil Kevin Magnussen jedoch Rang sieben holte, gab es für Haas noch einmal sieben wertvolle Zähler vor der Sommerpause, womit man sich wieder näher an Renault schieben konnte. "Es war eine gute Performance, solide, keine Schäden", resümiert der Teamchef ."Damit können wir in den Urlaub gehen."

"Die Fahrer haben im Rennen und am ganzen Wochenende sehr gut performt", lobt Steiner. "Ich bin sehr glücklich, dass wir zwei Autos in den Punkten haben." Grosjean habe vor Alonso und Carlos Sainz gut den Bremsklotz gespielt und sich stark verteidigt, während Magnussen ein souveränes Rennen heimbrachte - abgesehen von einem Problem beim Boxenstopp, als sich etwas Gummi zwischen Reifen und Trommel verfing. "Es steckte an der Felge fest und wir mussten es erst rausreißen", sagt Steiner. Das habe ungefähr eine Sekunde gekostet, spielte im Endergebnis aber keine große Rolle.

Die Fahrer haben mit ihren beiden Top-10-Platzierungen zumindest noch einmal Werbung für sich betreiben können, denn Haas wollte in der Sommerpause anfangen, sich mit 2019 zu beschäftigen. "Wir werden in zwei Wochen mit Gene (Haas, Teameigner; Anm. d. Red.) sprechen, und wenn wir alle Details haben, dann werden wir entscheiden", kündigt Steiner an.