H&M macht Abwanderung der Kunden ins Internet zu schaffen

Schild an einer H&M-Filiale

H&M macht die Abwanderung der Kunden ins Internet schwer zu schaffen. Die Bilanz des zurückliegenden Geschäftsjahrs habe unter der "schwachen Entwicklung der Verkäufe in den stationären Läden gelitten", teilte der schwedische Moderiese am Mittwoch mit. Auf dem größten Markt Deutschland gingen die Umsätze um 1,0 Prozent zurück.

Insgesamt stieg der Umsatz zwar noch um 4,0 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro. Der Gewinn allerdings schrumpfte im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Grund dafür sei "vor allem die Veränderung des Marktes, auf dem die Kunden mehr und mehr online kaufen" - der Anteil von H&M daran habe den Rückgang in den stationären Geschäften noch nicht ausgleichen können. Neben Deutschland gingen die Umsätze auch in Großbritannien und in den Niederlanden zurück. Ein Plus konnte H&M dagegen auf seinem zweitwichtigsten Markt USA erzielen, ebenso in Frankreich, China und im Heimatland Schweden.

In mehreren Regionen rechnet sich der Moderiese besondere Chancen aus: Der Onlineverkauf soll nach Kuwait in den kommenden Monaten auch in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in Indien starten.

H&M, wozu auch Marken wie COS, Monki und Weekday gehören, hat derzeit mehr als 4500 stationäre Geschäfte weltweit. 170 sollen geschlossen, aber auch 390 neu eröffnet werden. Konzernchef Karl-Johan Persson hatte Mitte Dezember angekündigt, er wolle die "Transformation" des Unternehmens beschleunigen, um sich den "schnell wandelnden Gewohnheiten" der Kunden anzupassen.

Der Konzern ist im Besitz der Familie Persson und einer der größten des Landes. Der 42-jährige Geschäftsführer Persson ist Enkel von Gründer Erling Persson. Seit 1974 ist H&M bereits an der Börse notiert.

Die Anleger reagierten am Mittwoch enttäuscht. Der Kurs der Aktie fiel am Vormittag um fast sechs Prozent. Binnen eines Jahres verlor die H&M-Aktie damit 40 Prozent ihres Wertes.