Wie Hütter die Eintracht-Stars verloren hat

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Wie Hütter die Eintracht-Stars verloren hat
Wie Hütter die Eintracht-Stars verloren hat

Champions League! Die Chance von Eintracht Frankfurt auf das historische Ziel war riesengroß.

Nach dem 2:1-Sieg bei Borussia Dortmund Anfang April war der Vorsprung auf sieben Punkte angewachsen. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Sechs Wochen später hat der Klub die Träume nach einem desolaten Auftritt beim FC Schalke 04 so gut wie begraben. (BERICHT: Komplett-Versagen beim Absteiger! Eintracht-Star wird deutlich)

Bei der Suche nach Gründen fällt ein Name: Adi Hütter.

Der CHECK24 Doppelpass mit Kevin Großkreutz, Patrick Helmes und Friedhelm Funkel am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Eintracht-Absturz nach feststehendem Hütter-Abgang

Seitdem feststeht, dass der Österreicher bei Borussia Mönchengladbach anheuert, lief bei den Hessen nichts mehr zusammen. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Fünf Partien, vier Punkte, 7:12 Tore, eine desillusionierende 3:4- Niederlage beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht aus Gelsenkirchen.

Die Leichtigkeit? Weg! Das Selbstverständnis im Spiel nach vorne? Nicht mehr vorhanden! Kompaktheit und Teamgeist? Auf dem Feld nicht mehr zu sehen! (Der Spielverlauf zum Nachlesen im LIVETICKER)

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

Rode mit deutlichen Worten

Die Worte von Sebastian Rode nach dem Abpfiff der Partie ließen tief blicken.

Der Führungsspieler der Hessen sagte zur Hütter-Nachfrage bei Sky: "Ich denke, das ist nicht von der Hand zu weisen, auch wenn wir uns immer wieder eingeredet haben, dass es uns nicht belastet. Im Endeffekt können wir es nicht von der Hand weisen."

Rode betont somit, was auf dem Feld zu sehen war.

Selbst der FC Schalke 04 war nicht zu knacken

Ein durch Corona-Ausfälle geschwächter Klub, der mit mehreren Amateurspielern auflief, viele Negativrekorde aufgestellt hat und dessen Abstieg schon lange fixiert ist, konnte einen Rückstand drehen.

"Wenn eine Mannschaft, die schon abgestiegen ist, den Sieg mehr will als eine Mannschaft, die noch die Champions League erreichen kann, dann ist das sehr ernüchternd", fasste Rode das Debakel zusammen. Konkret gesagt war selbst das Tabellenschlusslicht an diesem Samstag zu stark für die Eintracht. Und Rode schob sogar noch hinterher: "Es ist die gesamte Mannschaft samt Trainer, die heute versagt hat. Dafür gibt es keine Entschuldigung."

Hütter und die Eintracht-Mannschaft: die Parteien haben sich distanziert. Der Trainer versuchte sich an einer sportlichen Einordnung: "Wir sind gierig auf Tore, aber in der Defensive haben wir uns nicht gut genug angestellt." Man habe an dieser Niederlage "zu knabbern".

Ja, es mag sportliche Gründe für die schwache Bilanz geben.

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Hütter erreicht die Mannschaft doch nicht mehr

Dennoch lassen sich Zusammenhänge zwischen dem Hütter-Ende und dem Eintracht-Absturz nicht mehr übersehen. Die Frankfurter haben ihre Linie verloren, leistungstechnisch brach das Team komplett ein.

Die Worte des Trainers kamen nicht mehr an bei den Spielern, die nötigen Prozentpunkte im Kampf gegen den BVB und den VfL Wolfsburg konnte er nicht mehr herauskitzeln.

Führungsspieler Makoto Hasebe sagte zuletzt zwar im SPORT1-Interview: "Auf jeden Fall erreicht uns Hütter noch. Der Trainer hat natürlich eine wichtige Rolle. Aber es ist noch wichtiger, dass die Spieler selbst die Verantwortung übernehmen." Davon war final aber nichts mehr zu sehen. (INTERVIEW: Hasebe nimmt Hütter in Schutz)

Hasebes Teamkollege Djibril Sow stellte schon Mitte April im Gespräch mit SPORT1 zum großen Umbruch bei der SGE klar: "Es ist natürlich eine spezielle Situation, aber es geht um Eintracht Frankfurt. Und kein Mensch, kein Manager und kein Trainer ist größer als dieser Klub."

Hütters Amtszeit bleibt unvollendet

Ob ein Trainerwechsel geholfen hätte? Hypothetisch.

Am Ende steht, auch wenn die Partien des BVB und VfL noch absolviert werden müssen, wohl "nur" die Europa-League-Qualifikation. Natürlich ist ein fünfter Platz für die Eintracht ein Erfolg, doch die Ausgangslage war optimal für den Sprung in die Königsklasse.

Direkte Duelle und Gegner in der untersten Tabellenregion ließen der Eintracht alle Möglichkeiten. Der Traditionsklub hat die Chance verpasst – und Hütter seine dreijährige Amtszeit in Frankfurt somit nicht veredelt.