Hört endlich auf Menschen anzuhimmeln, weil sie "schön" sind

Julia Nageler

Ich liebe Social Media. Mein Daumen hat beim Scrollen durch Instagram bestimmt schon mehr Kilometer zurückgelegt als meine Füße in den letzten fünf Jahren.

Ich folge dort Menschen, die in mir etwas auslösen. Menschen die Humor haben, informative Videos posten oder auch mal zeigen, dass ihre Welt eben nicht “insta-perfekt” ist. Auch ich versuche dort sowohl meine akzeptablen, als auch meine komplett unvorteilhaften Bilder zu posten. 

Manchmal verlasse ich meine kleine Blase aber. Manchmal passiert es, dass ich in der App abdrifte. In eine Welt voller Avocado-Toasts und Outfit-Bilder. In eine Welt voll von vermeintlich perfekten und wunderschönen Individuen. 

Gerade gestern war es wieder soweit. Irgendein besoffener Praktikant bei Instagram hatte offenbar am Algorithmus gedreht und ich bekam massenweise Profile vorgeschlagen, die mit meiner Welt nichts zutun haben: Perfekte Bikini-Shootings auf Bali, posierend mit Dior-Taschen vor dem Brandenburger Tor und makellose Haut, gleich nach dem Aufstehen.

Kein bisschen Realität. Kein Humor. Keine Intelligenz. Kein Engagement für gute Zwecke. Schlicht und einfach kein Zeichen davon, dass diese Menschen der Welt mehr zu bieten haben als ihr Äußeres. 

Aber das scheint ihrem Erfolg keinen Abbruch zu tun: Millionen von Follower und zigtausende Kommentare.

“Du bist so wunderschön!”

“Du bist meine Heldin!”

“Ich vergöttere dich!!”

Ja? Tut ihr das? Weil jemand ein Strand-Selfie mit der Bildunterschrift “Live Laugh Love” postet, himmelt ihr diese Person an? 

Schön sein ist keine Leistung

Natürlich ist diese Obsession mit Menschen, die einem gewissen Schönheitsideal entsprechen, nicht nur ein Problem auf Social Media. Ich habe auch im “echten” Leben zum Beispiel die Anbetung von Models nie verstanden.

Für mich ist Schönsein allein schlicht und einfach keine Leistung. Es ist kein Talent. Es ist oftmals auch nichts, wofür Menschen hart gearbeitet haben. Dementsprechend...

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