"Die Höhle der Löwen": Reise-Start-up verhandelt hart mit Maschmeyer

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Anja Niehoff (l.) und Hans Knöchel wagen während der Corona-Pandemie den mutigen Schritt in die Reisebranche. (Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer)

Der Montagabend (31. Mai) stand dank Folge elf der neunten Staffel von "Die Höhle der Löwen" (VOX und TVNow) abermals im Zeichen frischen Unternehmergeistes und kreativer Geschäftsideen. Die prominenten Löwen Judith Williams (49), Dagmar Wöhrl (67), Carsten Maschmeyer (62), Ralf Dümmel (54), Nico Rosberg (35), Georg Kofler (64) und Nils Glagau (45) investieren dieses Mal emsig in praktische, leckere und innovative neue Produkte mit kreativen Namen wie "WowWow" oder "sked". Sein Geld während der anhaltenden Corona-Krise in ein Reise-Start-up zu stecken, wagt jedoch nur einer von ihnen.

Die (meisten) Löwen schrecken vor "Lambus" zurück

Dem schmerzlich vermissten Urlaub widmen sich inmitten der Corona-Pandemie Hans Knöchel (28), ein Silicon-Valley-erprobter Informatiker, und Anja Niehoff (26), eine Marketing-Expertin. Die Gründer kennen sich schon lange, seit vier Jahren sind sie ein Paar. Das Produkt ihres Start-ups "Lambus", an dem sie seit drei Jahren arbeiten: eine App, die "übersichtlich, einfach und digital" Reiseplanungen erleichtert. Beispielfeatures sind das Hinzufügen von Wunschdestinationen durch unterschiedliche Reiseteilnehmer, eine Auflistung über die jeweiligen Ausgaben der einzelnen Reisenden und ein integrierter Gruppenchat.

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Weil Carsten Maschmeyer laut Gründer Knöchel "global gut am Start" ist, wünschen er und Niehoff sich am liebsten von ihm ein Angebot. Das Start-up überzeugt allerdings nicht von Beginn an, denn der Sinn von "Lambus" ist den Löwen nicht direkt klar. Die Reisebranche ist in der Corona-Krise zudem ein schwieriges Geschäftsfeld. Beeindrucken können jedoch die bereits 55.000 Nutzer sowie die Kompetenz der Gründer. 500.000 Euro für 15 Prozent des Unternehmens will Wunschlöwe Maschmeyer trotzdem nicht investieren, zu Beginn bietet er nur zehn Prozent. Ein Deal in der Sendung kommt erst nach harten Verhandlungen und einer Einigung auf 18 Prozent zustande. Doch leider war auch das noch nicht das letzte Wort.

Lesen Sie hier: Warum der Deal doch noch platzte

Hundeleine "WowWow" begeistert Dagmar Wöhrl und Nils Glagau, aber auch Georg Kofler beißt an

Gemeinsam mit Hündin Luna (11) kommen Walburga (50) und Reto Falkenberg (46) in die "Höhle der Löwen". Seit acht Jahren ist der tierische "Ruhepol" Teil der vierköpfigen Gründerfamilie. Die beiden Diplom-Verpackungsingenieure hatten die Idee, eine Lösung für ein typisches Problem beim Gassigehen zu finden. Damit man den geliebten Vierbeiner "schnell und einfach sichern kann", wenn beispielsweise ein Jogger oder Radfahrer vorbei kommt, entwickelten sie das Hundehalsband "WowWow", in das eine Leine direkt integriert ist. Eignen tut sich das Produkt auch für stärkere Hunde wie Doggen oder Rottweiler.

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Von "WowWow" gibt es zwei unterschiedliche Versionen: eine Standardversion ohne Ösen zum Befestigen einer Schleppleine und eine Professional-Version mit Doppelöse - für 125 bis 139 Euro. "Wir glauben an unsere kleine, praktische Erfindung und wir hoffen, Sie tun es auch", beendet Walburga Falkenberg ihren Pitch. Tierliebhaberin Dagmar Wöhrl tut es - auch, weil das Gründerpaar durch Innovation, emotionale Stärke und Einsatz überzeugt. 150.000 Euro für 30 statt 25 Prozent des Unternehmens möchte sie gemeinsam mit Nils Glagau investieren, Georg Kofler bietet die gleiche Summe für 25,1 Prozent. Den Zuschlag erhält das Duo Wöhrl/Glagau.

Kein Löwe will in den "Wavewinder" investieren, Fruchtpüree "Hilli Fruits" bekommt zwei Angebote

Der leidenschaftliche Friseur Milko Grieger (31) arbeitete bereits bei der Fashion Week in Mailand. Der gebürtige Bulgare kam mit zehn Jahren nach Deutschland, machte nach der Realschule eine Friseurausbildung und war anschließend selbstständiger Stylist. Heute besitzt er gemeinsam mit seiner Mutter einen Salon und entwickelte für Friseure den "Wavewinder", der permanent natürlich gewellte Haare ermöglicht - ähnlich einer Dauerwelle. Für 15 Prozent seiner Anteile erhofft sich Grieger ein Investment von 150.000 Euro. Keiner der Löwen zeigt jedoch - trotz viel Anerkennung und Komplimenten - Interesse an seinem Geschäftsmodell.

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Für "Hilli Fruits" läuft es besser. Paulina Carrera (39) stammt aus Ecuador, in ihr Start-up hat sie bereits eine Viertelmillion investiert. Die dreifache Mutter, die besonders das frische Obst aus ihrer Heimat vermisst, wünscht sich von den Löwen 150.000 Euro für 20 Prozent ihrer Firma. Ihr Produkt: Obstpüree in der Trinktüte ohne Konservierungsstoffe und Zuckerzusatz, mit dem man auch Eis oder Muffins herstellen kann. Den Löwen schmeckt es, der niedrige Innovationsgrad und die wenig nachhaltige Verpackung bereiten jedoch Sorgen. Ralf Dümmel und Dagmar Wöhrl wollen dennoch investieren, für 25 Prozent der Anteile. Das Rennen macht Dümmel.

Ralf Dümmel schnappt sich "irre Idee" von "sked"

Zum Gründen ist es nie zu spät, dürfte sich der 70-jährige Horst Paetzel gedacht haben. Gemeinsam mit seinem 53-jährigen Geschäftspartner Jürgen Dangel gründete er "sked" (Abkürzung für "sharp knive every day") und erfand ein Produkt, das es laut Paetzel nirgends sonst auf der Welt gibt. Nach fünfjähriger Tüftelei präsentiert das Gründer-Duo den Promi-Investoren seine "messerscharfe Idee", die "Einzug in jeden Haushalt finden" soll: ein in Europa voll patentiertes Messerschärfgerät, mit dem stumpfe Klingen ein für alle Mal der Vergangenheit angehören sollen. Seine Arbeit tätigt es geräuschlos und ohne metallischen Abrieb.

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Das Problem bei der Sache: Mit dem "sked" wird lediglich ein mitgeliefertes scharfes Messer scharf gehalten. Bereits stumpf gewordene Klingen anderer Messer können nicht wieder scharf gemacht werden. Der Set-Preis von 168 Euro ist zudem recht hoch. Vor dem Hintergrund des großen Interesses insbesondere aus dem US-amerikanischen Ausland und den beeindruckenden Lebensläufen der Gründer sind alle Löwen beeindruckt, für Carsten Maschmeyer zielt das Produkt jedoch "am Massenmarkt vorbei". Ralf Dümmel hält "sked" hingegen für eine "irre Idee" und bietet die gewünschten 100.000 Euro für 30 statt 20 Prozent. Deal!

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