Höherer Migrantinnen-Anteil lässt einheimische Frauen mehr arbeiten

Ein Anstieg des Anteils von Migrantinnen an der Bevölkerung einer Region erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass einheimische Frauen dort mehr arbeiten

Ein Anstieg des Anteils von Migrantinnen an der Bevölkerung einer Region erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass einheimische Frauen dort mehr arbeiten. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor.

Nach Interpretation der Forscher erhöhen Migrantinnen das Angebot an Haushaltsdienstleistungen etwa im Bereich der Altenpflege und der Kinderbetreuung. Das könne einheimische Frauen entlasten und "einen möglichen Konflikt bei der Entscheidung zwischen Familie und Beruf entschärfen", erklärte das Institut in Nürnberg.

Laut Studie führt ein Anstieg des Anteils der Migrantinnen um zehn Prozent dazu, dass das Angebot an Haushaltsdienstleistungen um 18 Prozent steigt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, mit der einheimische Frauen länger als 30 Stunden arbeiten sind, um 0,9 Prozentpunkte. Der Wert steigt demnach von 53 auf 53,9 Prozent.

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese länger als 35 Stunden arbeiten, steigt um einen Punkt von 46 auf 47 Prozent. Am stärksten ausgeprägt ist der Effekt demnach insgesamt bei Frauen mit mittlerem Qualifikationsniveau, etwa mit Berufsausbildung.

Den Grund dafür sehen die Forscher in finanziellen Erwägungen. Akademikerinnen und andere Frauen mit höherer Qualifikation seien häufig materiell besser gestellt und könnten sich solche Dienstleistungen oft auch leisten, wenn das Angebot geringer sei. Dagegen könnten geringqualifizierte Frauen ohne Abschluss diese auch bei einem größeren Angebot nicht in Anspruch nehmen.

Die Ergebnisse beziehen sich nach Angaben der Nürnberger Experten auf Frauen im Alter zwischen 22 und 45 Jahren. Die Studie basiert auf Daten aus den Jahren 1999 bis 2012.