Höhere Treibstoffkosten und höhere Pilotengehälter schmälern Gewinn von Ryanair

Mitten in der Sommerreisezeit fallen wegen eines Streiks beim Kabinenpersonal von Ryanair ab Mittwoch mehrere hundert Flüge aus

Höhere Kosten für Kerosin und eine bessere Bezahlung seiner Piloten haben den Gewinn des irischen Billigfliegers Ryanair einbrechen lassen. Im ersten Quartal seines Geschäftsjahrs von April bis Juni sank der Nettogewinn um 22 Prozent im Vorjahresvergleich auf 309,2 Millionen Euro, wie Ryanair am Montag mitteilte. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr hielt die Airline dennoch aufrecht - obwohl zudem das Personal streikt und der Brexit kommt.

Der Ölpreis sei im Vorjahresvergleich stark gestiegen, erinnerte Ryanair - von rund 50 Dollar pro Barrel (159 Liter) auf fast 80 Dollar. Die Personalkosten seien im Vorjahresvergleich um 34 Prozent gestiegen, erklärte die Airline - vor allem wegen der Lohnerhöhung um 20 Prozent für die Piloten. Der Lohn für das Bodenpersonal sei um drei Prozent gestiegen.

Ryanair ging auch auf die für Mittwoch und Donnerstag angekündigten Streiks des Kabinenpersonals in Spanien, Portugal und Belgien ein. In den "größten Märkten" Großbritannien, Italien und kürzlich auch in Deutschland seien Vereinbarungen zwischen Piloten- und Kabinenpersonalgewerkschaften unterzeichnet worden. "Der Fortschritt in kleineren Märkten war geringer."

Die Fluggesellschaft erwartet weitere Streiks, da sie nicht bereit sei, "unvernünftigen Forderungen" nachzugeben, die entweder die "günstigen Preise oder das hocheffiziente Geschäftsmodell" gefährdeten. Der Billigflieger transportierte von April bis Juni 37,6 Millionen Passagiere, sieben Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. Der Umsatz kletterte um neun Prozent auf fast 2,1 Milliarden Euro.