Höhere Recycling-Quoten für Verpackungen ab 1. Januar

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BERLIN (dpa-AFX) - Ab 2022 gelten für Verpackungen in Deutschland höhere Recycling-Quoten. Das Bundesumweltministerium wies am Dienstag in einer Mitteilung auf die entsprechende Regelung im Verpackungsgesetz hin, die zum 1. Januar des neuen Jahres in Kraft tritt.

Demnach müssen künftig je 90 Prozent der Verpackungen aus Eisenmetallen, Aluminium, Glas sowie Papier, Pappe und Kartons wiederverwendet werden. Bislang galt dafür eine Quote von 85 Prozent. Für Getränkekartons, die als eigene Kategorie erfasst werden, steigt die Recycling-Quote von bislang 75 auf 80 Prozent. Auch für die Wiederverwertung von Kunststoffen gibt es strengere Vorgaben: Die Mindest-Recycling-Quote soll für Verpackungen aus Plastik künftig 63 Prozent statt der bisherigen 58,5 Prozent betragen.

Umsetzen müssen die neuen Vorgaben die sogenannten Dualen Systeme. Sie organisieren bundesweit das Sammeln, Sortieren und Verwerten gebrauchter Verpackungen für Industrie und Handel.

Nach Angaben des Umweltministeriums übertreffen die Recycling-Quoten aktuell bereits die Vorgaben, die ab Januar gelten sollen: So wurden im vergangenen Jahr 90,6 Prozent der bei den Systemen beteiligten Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton recycelt. Bei Getränkekartons und Plastikverpackungen waren es jeweils 76 beziehungsweise 60,6 Prozent.

Die Masse an recycelten Verpackungen war 2020 insgesamt erneut gestiegen. Wie aus den Zahlen der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) hervorgeht, wurden 2020 rund 5,8 Millionen Tonnen Verpackungen aus dem privaten Verbrauch wieder aufbereitet - ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber 2019.

Zum 1. Januar treten neben den neuen Quoten noch weitere Regelungen in Kraft, die den Verpackungsmüll reduzieren sollen: So greift etwa ein umfassendes Plastiktüten-Verbot in Discountern und Supermärkten. Auch die Pfandpflicht wird ab 1. Januar auf fast alle Einwegflaschen aus Plastik und alle Getränkedosen ausgeweitet.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) begrüßte die Neuerungen. "Deutschland geht 2022 den nächsten Schritt raus aus der Wegwerfgesellschaft", sagte sie am Dienstag.

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