Höhere Nachfrage nach Altersvorsorge in der Corona-Krise

Lohneinbußen und Zukunftsängsten in der Corona-Krise zum Trotz beobachtet der Finanzdienstleister Swiss Life ein erhöhtes Interesse für die Altersvorsorge. Im März und April war die Kundennachfrage nach Altersvorsorgeprodukten 34 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, wie Swiss Life am Dienstag mitteilte. Der Anstieg sei zwar unabhängig von Geschlecht und Beruf - bei Frauen und Selbstständigen habe der "Nachholbedarf" aber zugenommen.

Vor allem junge Kunden interessierten sich "entgegen der landläufigen Meinung sehr wohl für die Altersvorsorge" und setzten dabei verstärkt auf digitale Beratung, sagte der Deutschlandchef des Unternehmens, Jörg Arnold, der Nachrichtenagentur AFP. Im März und April habe sich die Zahl der Videoberatungen im Vergleich zu den ersten beiden Monaten des Jahres mehr als versechsfacht.

Nach wie vor werde die Nachfrage "von Männern dominiert". Demnach interessierten sich zuletzt 44 Prozent mehr Männer als Frauen für die eigene Vorsorge, die Diskrepanz nahm zum März und April vergangenen Jahres um zwölf Prozentpunkte zu. Dabei sei gerade für Frauen die private Vorsorge angesichts eines oft kürzeren Arbeitslebens und geringeren Rentenanspruchs wichtig, betonte Arnold.

Die Auswertung der Kundendaten zeigte außerdem einen deutlichen Unterschied zwischen Beschäftigten und Selbstständigen: Im März und April entschieden sich 36 Prozent mehr Angestellte für ein Altersvorsorgeprodukt von Swiss Life als 2019. Das Plus bei Selbstständigen betrug demnach neun Prozent.