Höhere Jobverluste, Puigdemont stellt sich nicht

Im Oktober verlor Katalonien die meisten Jobs aller Regionen Spaniens. Ex-Regierungschef Puigdemont will sich den belgischen Behörden, nicht aber der spanischen Justiz stellen.


In Katalonien sind im Monat Oktober fast 15.000 Menschen mehr ohne Arbeit gewesen als im Vormonat. Wie aus Zahlen des spanischen Arbeitsministeriums hervorging, büßte Katalonien damit im Zuge der Unabhängigkeitskrise die meisten Jobs aller 17 Regionen des Landes ein. Landesweit nahm die Zahl der Erwerbslosen um 58.000 zu. Mit rund 3,4 Millionen Arbeitslosen befindet sie sich aber immer noch auf dem niedrigsten Niveau seit acht Jahren.

Angesichts der Unabhängigkeitsbestrebungen der mittlerweile abgesetzten Regionalregierung ist die politische Unsicherheit in Katalonien groß. Sie führte unter anderem dazu, dass mehr als 1000 Firmen ihre Hauptsitze in andere Teile Spaniens verlegt haben. Grund dafür war die Sorge, dass sie im Falle einer Abspaltung vom EU-Land den Zugang zum EU-Binnenmarkt verlieren könnten.

Unterdessen kündigte der abgesetzte und nach Belgien gereiste katalanische Regierungschef Carles Puigdemont an, sich den belgischen Behörden, nicht aber der spanischen Justiz zu stellen. Der belgische Sender RTBF teilte am Freitag mit, Puigdemont habe ihm das in einem Interview gesagt. Dass er Spanien verlassen habe, sei keine Flucht, erklärte Puigdemont demnach weiter. Er sei in Belgien, weil es unmöglich sei, seine rechtliche Verteidigung in Spanien vorzubereiten. Er sei nicht gekommen, um die „katalanische Politik zu belgisieren“. Damit spielte er auf den Konflikt zwischen Flamen und Wallonen in dem EU-Land an.