Höchste Inflation seit fast 50 Jahren - Details zu Mai-Zahlen

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Inflation in Deutschland kratzt an der Acht-Prozent-Marke - und Volkswirte machen Verbrauchern wenig Hoffnung, dass die Preise rasch wieder sinken. Energie und Lebensmittel haben sich seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine teils extrem verteuert. Zudem treiben Lieferengpässe die Teuerung. Insgesamt lagen die Verbraucherpreise im Mai um 7,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt vorläufig errechnete. Detaillierte Ergebnisse legt die Wiesbadener Behörde am Dienstag (8.00 Uhr) vor.

Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In den alten Bundesländern muss man in der Zeitreihe bis in den Winter 1973/1974 zurückgehen, um ähnlich hohe Werte zu finden. Damals waren die Ölpreise infolge der ersten Ölkrise stark gestiegen.

Die Bundesbank erwartet für 2022 eine Teuerungsrate von 7,1 Prozent - gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Diesen zieht die Europäische Zentralbank für ihre Geldpolitik heran. Die EZB peilt für den Euroraum mittelfristig stabile Preise bei 2 Prozent Inflation an.

"Die Verbraucherpreise werden in diesem Jahr noch stärker steigen als Anfang der 1980er Jahre", erklärte jüngst Bundesbankpräsident Joachim Nagel. Der Preisdruck habe sich zuletzt verstärkt. "Wenn man diese Entwicklung fortschreibt, könnte die HVPI-Rate im Jahresdurchschnitt 2022 deutlich mehr als sieben Prozent betragen." Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger leisten können.

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