"Hätte mehr Titel holen müssen" - Melandri trauert Chancen hinterher

Sebastian Fränzschky

Marco Melandri konnte in seiner langen WM-Karriere nur einen Titel feiern. In der Saison 2002 gewann Melandri mit Aprilia die 250er-WM. Danach holte er in der MotoGP und in der Superbike-WM Vizetitel. Und auch bei den 125ern reichte es für Melandri nur zu Silber. Rückblickend ärgert sich Melandri über die verpassten Chancen.

"Um eine Meisterschaft zu gewinnen, müssen viele Faktoren zusammenkommen: der Fahrer, das Motorrad, das Team und das nötige Glück. Ich war einige Mal zur falschen Zeit im richtigen Team", blickt Melandri im Gespräch mit 'Motorsport.com' zurück.

"Ich konnte nicht so viele Titel holen, wie ich verdient habe", ist Melandri überzeugt. "Ich hätte mehr Titel holen müssen. Doch die absoluten Spitzenfahrer fürchteten mich und ich schlug sie, als sie auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren waren."

WSBK 2012: Marco Melandri hätte mit BMW den Titel holen können

WSBK 2012: Marco Melandri hätte mit BMW den Titel holen können Motorsport Images

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Melandri fuhr in seiner WM-Karriere gegen Fahrer wie Valentino Rossi, Casey Stoner, Loris Capirossi, Dani Pedrosa und Jonathan Rea. "Es ist eine Ehre für mich, dass sie Angst vor mir hatten, wenn ich einen guten Tag erwischte", so der Mann aus Ravenna.

"Ich gewann auf eine unterhaltsame Art und Weise Rennen. Ich kämpfte bis zum Ende, ich fuhr davon, ich fuhr einhändig quer. Daran wird man sich bis ans Ende meines Lebens erinnern. Das kann niemand so nachmachen. Ich gewann im Nassen, dann ließ ich meinen Teamkollegen gewinnen. Ich machte alles. Mit mir war es nie langweilig", erinnert sich Melandri an seine Karriere, die im Oktober 2019 zu Ende ging.

Mit Bildmaterial von LAT.