Hälfte der Südsudanesen leidet unter extremem Hunger

Wegen Konflikten und Dürreperioden ist die Zahl der akut von Hunger bedrohten Menschen Ende vergangenen Jahres weltweit auf 124 Millionen gesteigen. Dies geht aus einem Bericht von UNO und EU hervor. Besonders betroffen sei auch der Südsudan

Fast die Hälfte der Menschen im Bürgerkriegsland Südsudan leidet unter extremem Hunger. 5,3 Millionen Menschen und damit 48 Prozent der Bevölkerung seien betroffen, teilten die Statistikbehörde des afrikanischen Staats und mehrere UN-Organisationen am Montag mit. Sollte die humanitäre Hilfe nicht aufgestockt werden, drohe mehr als sieben Millionen Südsudanesen Hunger.

Nach einer Hungersnot im vergangenen Jahr habe sich die Lage zwar verbessert, der Ausblick sei aber so düster wie nie, erklärten Unicef, das Welternährungsprogramm und die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation. In elf Bezirken des Landes drohe eine weitere Hungersnot.

Der Südsudan war 2011 vom Sudan unabhängig geworden. Im Dezember 2013 entflammte in dem neu gegründeten Land ein blutiger Konflikt. Seitdem wurden zehntausende Menschen getötet und fast vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben. "Die Lage verschlechtert sich mit jedem weiteren Jahr des Konflikts, immer mehr Menschen verlieren das Wenige, das sie besaßen", sagte der Landesdirektor des Welternährungsprogramms, Adnan Khan.

Der UN-Nothilfekoordinator im Südsudan, Allain Noudehou, rief die Weltgemeinschaft zum Handeln auf. Bislang seien von den 2018 benötigen Hilfsgeldern in Höhe von 1,3 Milliarden Euro erst 5,5 Prozent überwiesen worden.