Guterres ruft Konfliktparteien in Zentralafrika zu Gewaltverzicht auf

Nach den tödlichen Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen in der Zentralafrikanischen Republik hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres zum Verzicht auf Gewalt aufgerufen

Nach den tödlichen Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen in der Zentralafrikanischen Republik hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres zum Verzicht auf Gewalt aufgerufen. Alle Seiten müssten nun zusammenarbeiten, "um dem Land Frieden und Stabilität zu bringen", erklärte Guterres am Donnerstag in New York. Am Dienstag waren bei Angriffen auf eine Kirche und eine Moschee in der Hauptstadt Bangui 24 Menschen getötet und rund 170 verletzt worden.

Die Zusammenstöße lassen die Sorge wachsen, dass die Zentralafrikanische Republik erneut in einen Bürgerkrieg abrutschen könnte. Das Land zählt ohnehin zu den ärmsten und instabilsten der Welt. Eine große UN-Friedensmission bemüht sich um Stabilisierung.

Die Gewalt am Dienstag ging von einer Miliz aus, die eine Straßensperre in Bangui durchbrach und dann während des Gottesdiensts die Kirche stürmte. Bewaffnete erschossen dort den Priester und mehrere Gläubige. Aufgebrachte Demonstranten stürmten daraufhin eine Moschee und lynchten zwei Menschen, die sie für Muslime hielten.

Guterres mahnte nun alle Seiten zum Verzicht auf "hetzerische Rhetorik". Es gebe "keine Rechtfertigung für Anstachelung zur Gewalt". Zuvor hatten bereits Menschenrechtsgruppierungen wie Amnesty International vor einem Rückfall des Landes in blutige Gewalt gewarnt.

In einem solchen Zustand hatte sich die Zentralafrikanische Republik vor fünf Jahren befunden, nachdem eine muslimische Miliz den damaligen Präsidenten gestürzt hatte. Die Miliz wurde durch eine französische Militärintervention von der Macht vertrieben, es wurde ein neuer Präsident gewählt.

Staatschef Faustin-Archange Toudera stützt sich nun in der Hauptstadt auf eine große UN-Blauhelmmission, allerdings hat er nur beschränkte Teile seines Landes unter Kontrolle. Weite Landstriche werden von marodierenden Milizen beherrscht, die sich oft als Vertreter christlicher oder muslimischer Interessen ausgeben.