Gutenberg.org sperrt deutsche IP-Adressen

Thaddeus Herrmann
Gutenberg.org sperrt deutsche IP-Adressen


Bei gutenberg.org hat man Probleme mit dem deutschen Urheberrecht. Die in den USA beheimatete Webseite bietet seit Jahr und Tag E-Books in den unterschiedlichsten Formaten umsonst zum Download an – Bücher, die in den USA bereits gemeinfrei sind, also in die Public Domain fallen. So lassen sich hier auch E-Books deutscher Autoren laden.

Und genau das ist das Problem. Der S. Fischer Verlag hat geklagt und Recht bekommen. Der konkrete Vorwurf: Die Werke von Thomas Mann, Heinrich Mann und Alfred Döblin wurden in deutscher Sprache bei gutenberg.org zum kostenlosen Download angeboten und so auch deutschen Leserinnen und Lesern zugänglich. Doch in Deutschland verfügt der Verlag nach wie vor über die Rechte an den literarischen Werken. Das Landgericht Frankfurt hat die Verbreitung der E-Books nun untersagt.

Bei gutenberg.org wurden die betroffenen Files jedoch nicht gelöscht oder zumindest offline gestellt. Die Betreiber der Webseite lösen das Problem mit einem Geoblocking. Wer mit einer deutschen IP-Adresse auf die Dateien zugreift will, bekommt eine Fehlermeldung. Zumindest manchmal. Ein eigener Test belegte, dass einige der Titel nach wie vor verfügbar sind, manchmal jedoch nicht in alle Formaten. Vor allem diejenigen, die mit IPv6-Adresse unterwegs sind, scheinen gute Chancen zu haben.

Das Urteil in Frankfurt war bereits am 9. Februar verkündet worden. Bei Zuwiderhandlung seitens gutenberg.org droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Gutenberg.org erkennt die Entscheidung nicht an, hat sich aber ob ihres Non-Profit-Status dazu entschieden, die IP-Sperre zu installieren, behält sich aber auch einen Einspruch vor.

Stellungnahme von Gutenberg.org, Urteil