Gut getarnter Renditekiller: Warum ich jetzt nicht auf Dividendenaktien setze

2 Frauen heben ablehnend ihre Hände Aktien
2 Frauen heben ablehnend ihre Hände Aktien

In den ersten Monaten des Jahres waren Aktien mit Preissetzungsmacht, Burggräben und hoher Qualität eine beliebte Empfehlung. Sie seien in der Lage, die stark gestiegenen Kosten an Kunden weiterzugeben und könnten sich trotzdem einer stabilen Nachfrage sicher sein. Nicht wenige dieser Titel sind auch bekannte Dividendenaktien.

In der Tat ging der Tipp auf. In der ersten Jahreshälfte 2022 lag die Rendite des MSCI World High Dividend Yield Index, der sich auf Industrieländer-Aktien mit einer hohen und stabilen Dividende konzentriert, bei minus 8,06 % – gegenüber minus 20,29 % beim MSCI World.

Dennoch setze ich jetzt nicht auf Dividendenaktien. Das hat verschiedene Gründe.

Dividendenaktien? Nein, danke!

Zuallererst sei klargestellt, dass ich Dividendenaktien für eine ganz hervorragende Anlageform halte, um beispielsweise ein passives Einkommen aufzubauen.

Ich würde niemandem grundsätzlich von Dividendenaktien abraten. Vielmehr passen sie ganz einfach nicht zu meinen Zielen am Aktienmarkt. Denn mir geht es zurzeit nicht um ein passives Einkommen und um Vermögenserhalt, sondern vor allem um schnellen Vermögensaufbau. Da sind andere Aktiengattungen ganz einfach besser geeignet. Ich bin der Überzeugung, dass langfristige Investments in Wachstumsaktien deutlich besser zu meinen Zielen passen.

Ich bleibe bei meinen Wachstumsaktien

Auch mein langfristiger Investmentstil ist ein Grund, warum ich zu Jahresbeginn nicht in Dividendenaktien umgeschichtet habe und das auch jetzt nicht plane.

Denn ich habe meine Wachstumsaktien ja nicht gekauft, weil ich von einem wirtschaftlichen Aufschwung profitieren wollte. Sondern weil ich davon überzeugt bin, dass diese Unternehmen unabhängig von der wirtschaftlichen Lage erfolgreich sein können. Und das bedeutet, dass ich auch in Zeiten schnell steigender Preise und Zinsen keine kalten Füße bekommen sollte.

Hin und Her macht Taschen leer

Als Anleger möchte ich mich außerdem ganz einfach nicht mit der Frage herumschlagen, wie sich die Wirtschaft wohl in den kommenden Monaten entwickeln könnte. Mal läuft sie gut, mal läuft sie schlecht – aber da ich sowieso sehr langfristig, über mehrere Wirtschaftszyklen hinweg, investiere, kann es mir egal sein, was zwischendurch passiert.

Ich befürchte sogar, dass ich schlechtere Anlageentscheidungen treffen würde, würde ich ständig alle möglichen wirtschaftlichen Risiken im Hinterkopf behalten. Mal ehrlich: Wann hatten wir mal ein Jahr ohne Risiken und Crashprognosen? Hätte ich in den letzten zehn Jahren, aus Angst vor einem Abschwung, auf Dividendenaktien gesetzt, wäre mir einiges an Rendite durch die Lappen gegangen.

Warum Dividendenaktien jetzt schwächer laufen könnten

Doch selbst mit einem kurzfristigeren Anlagehorizont könnte in der aktuellen Börsenphase der Fokus auf Wachstumsaktien statt Dividendenaktien Sinn ergeben.

Denn Marktteilnehmer hatten nun mehrere Monate Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen. Genau das ist auch passiert: Dividendenaktien sind deshalb weniger gefallen als andere Aktiengattungen, weil sie von vielen Anlegern gesucht und von weniger Investoren verkauft wurden. Anleger sind auf Angst gepolt, ihre Portfolios auf Sicherheit ausgerichtet.

Sobald der nächste Bullenmarkt beginnt, werden diese Investoren das Risiko hochfahren, Dividendenaktien verkaufen und stattdessen eher auf Wachstum und Tech setzen. Davon kann ich profitieren, indem ich diese Aktien jetzt schon günstig kaufe.

Der Artikel Gut getarnter Renditekiller: Warum ich jetzt nicht auf Dividendenaktien setze ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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