Günther Jauchs Quiz-Arena: Kein guter Tag für Kandidaten

Foto: RTL / Frank W. Hempel

Es sei „eine Schlachtplatte angerichtet worden“, sagte Günther Jauch gleich zu Beginn der Sendung, ein „blutiges Gemetzel“ habe sich in der vergangenen Folge abgespielt. Der Moderator sprach am Montagabend nicht etwa von einem drittklassigen Horrorfilm, sondern von seiner Rateshow „500 – Die Quiz-Arena“. Diese bewirbt RTL als härteste Quizshow der Welt. Hart wurde es vor allem für die Zuschauer, die sich unter anderem mit einem denkfaulen Lehrer und Jauchs Nasenhaar-Problemen konfrontiert sahen.

Die Regeln: Im Gegensatz zu „Wer wird Millionär?“ gibt es keine Antwortvorgaben, die Kandidaten haben nur fünf Sekunden Zeit und dazu noch einen Herausforderer, der seinen Platz auf dem Ratestuhl übernehmen will. Bei drei falschen Antworten ist Schluss. Wer alle 500 Fragen übersteht, gewinnt im besten Fall 2,5 Millionen Euro.

Ganz so schlimm, wie Jauch angekündigt hatte, wurde es nicht. Allerdings war es kein guter Tag für die Kandidaten. Da war zum Beispiel Selcan Kacan. Der Automechaniker aus Hamburg hatte von seiner Verlobten den Auftrag bekommen, Geld mit nach Hause zu bringen. Die beiden wollen heiraten, erwarten 500 Gäste und das kostet bekanntlich. Doch die frühere Zeitsoldatin Valeria Diefenbach schoss der 28-jährige Kacan erbarmungslos ab und der „Herr der Ringe“ ließ Kacans Träume von einer solide durchfinanzierten Hochzeit endgültig platzen. „Wie heißt der von Orlando Bloom gespielte Elb in der Trilogie?“, wollte Jauch wissen. „Frodo“, sagte Kacan. Legolas wäre richtig gewesen. Ohne einen einzigen Euro muss Kacan zurück zu seiner Verlobten.

“Dann hätte ich aber nachdenken müssen”

Nun bekam Valeria Diefenbach ihre Chance. Ihr Herausforderer war Deutschlehrer Lasse Paetzold und der schien anfangs chancenlos gegen die Ex-Soldatin und heutige TÜV-Mitarbeiterin. Doch dann buzzerte die 34-jährige Berlinerin zu schnell, antwortete, noch bevor Jauch seine Frage formuliert hatte. Leider falsch. Und so musste auch Valeria Diefenbach ihren Heimweg ohne Kohle antreten.

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Nun war Pädagoge Paetzold an der Reihe. Der bemühte sich zunächst, einige Lehrer-Klischees zu bestätigen. Bei der Frage, welche fünf Bundesländer denselben Anfangsbuchstaben haben, ratterte er stupide das Alphabet herunter. Er hatte Glück: „B“, war die richtige Antwort – Bayern, Berlin, Baden-Württemberg, Bremen und Brandenburg. Als das Publikum frenetisch klatschte, moserte Schiedsrichter Ralf Schnoor völlig zu recht: „Der Mann ist Lehrer und bekommt Applaus, weil er das Alphabet richtig aufsagen kann.“ Paetzold hätte auch durch Überlegung auf die richtige Antwort kommen können, so Schnoor. „Dann hätte ich aber nachdenken müssen“, sagte Paetzold. „Wäre für einen Lehrer auch mal eine gute Idee“, lästerte daraufhin Günther Jauch.

Wichtiger als alle Fragen: Jauchs Augenbrauen

Paetzolds Herausforderin, die fröhlich tätowierte Heidi Claußner aus Berlin, widmete sich lieber Jauchs Augenbrauen. Er solle sie zupfen und färben, riet die Expertin. Später diskutierten Moderator und Kandidatin über die effektivste Form der Nasenhaaren-Entfernung. Er bevorzuge Schere und Trimmer, offenbarte Jauch. Sie empfehle, zu rupfen, entgegnete die Expertin. Ein schönes Thema. Die Quiz-Fragen wurden so fast zur Nebensache.

Zum Schluss rettete das Ende der Sendung die beiden Spieler vor der Pleite. Lehrer Paetzold hat zwar noch nichts gewonnen, bekommt jedoch am kommenden Montag eine neue Chance, sich zumindest 20.000 Euro zu sichern. Vielleicht bringt aber auch die sympathische Visagistin Claußner etwas Schwung in die Show – beispielsweise indem sie den schlurfigen Pauker vom Ratestuhl verdrängt.

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