Gulácsi über Neuers Stil: "Torhüter müssen schlau sein"

SPORT1
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Péter Gulácsi hat sich in Leipzig zu einem der besten Torhüter Europas entwickelt.

Mit 30 Jahren gehört der Ungar mittlerweile zu den erfahrenen Spielern - vor allem im jungen Team von RB Leipzig. Unter Julian Nagelsmann hat er in den letzten Monaten aber noch einiges dazulernen können.

"Ich habe mich unter ihm und unserem Torwarttrainer Frederik Gößling am Ball sehr verbessert", verriet Gulácsi dem Spiegel. "Er forderte mehr Spielkontrolle und Ballbesitz von uns, wir sollen mehr Risiko gehen. Da musste auch ich mich weiterentwickeln."

Für den Keeper ist das eine neue Situation, zum Beginn seiner Karriere ging es für Schlussmänner nur darum "Schüsse zu halten", meint Gulácsi. In den letzten Jahren hat sich das Torwartspiel allerdings gewaltig geändert, was auch mit Manuel Neuer zu tun hat, der den Stil eines "Sweeper Keeper" prägte - also eines herauslaufenden und mitspielenden Torwarts.

Gulácsi: "Torhüter müssen schlau sein"

"Es sieht super aus, wenn Torhüter gut mitspielen und Bälle 30 Meter vor dem Tor klären", sagte Gulácsi: "Aber es ist nicht immer die richtige Entscheidung, in einer 50/50-Situation weit vor dem Tor zu klären, wenn der Verteidiger noch da ist. Auch bei Manu sieht man, dass er in manchen Situationen nicht zum Ball kommt und erst einmal 20 Meter nach hinten sprinten muss, um den Gegenspieler dann vielleicht im Eins-gegen-eins zu stellen."

Das Mitspielen einer Keepers ist laut Gulácsi ein echter Drahtseilakt: "Es ist koordinativ, technisch und auch von der Orientierung her brutal schwer, das man nicht 20 Zentimeter falsch steht. Torhüter müssen schlau sein und nur Bälle nehmen, die gefährlich sein können."

Und noch etwas hat sich laut Gulácsi verändert. Der Spruch, dass Torhüter verrückt sein, das sei "zehn Jahre her", meint der Nationalkeeper von Ungarn. "Die besten Torhüter der Welt sind heute sehr intelligente und zurückhaltende Menschen."