Abwehr-Wahnsinn: Warum Pep Wucherpreise zahlt

Sportinformationsdienst (SID), Stefan Moser

Bloß nicht noch so eine Saison erleben wie das Debüt-Jahr von Pep Guardiola: Das Projekt, das Manchester City in diesem Transfer-Sommer verfolgt, ist klar - und es ist ein kostspieliges.

Die "Citizens" steuern mit Volldampf auf einen Transfer-Rekord zu, schon über 240 Millionen Euro hat der Klub investiert, damit nicht wieder so eine Bilanz passiert wie die letzte: Rang drei mit 15 Punkten Rückstand auf Meister FC Chelsea, Achtelfinal-Aus in der Champions League, kein Titel.

Scheich Mansour, der Klubeigner, hat Guardiola mit einem Transferbudget in Höhe von 300 Millionen Pfund (340 Millionen Euro) ausgestattet - und der Teammanager wirft das Geld mit vollen Händen auf den Markt - mit klarem Fokus auf Abwehrspieler.


Guardiola verstärkt Defensive

Fast 150 Millionen Euro investierte ManCity für drei (!) Außenverteidiger: Danilo (26) kam für 30 Millionen Euro von Real Madrid, Kyle Walker (27) für 51 Millionen von Tottenham Hotspur; Benjamin Mendy (23) von AS Monaco kostete 57,5 Millionen Euro - und ist damit der teuerste Abwehrspieler aller Zeiten.

Dazu kommt noch ein neuer Torhüter: Der Brasilianer Ederson kam für 40 Millionen Euro von Benfica Lissabon. Mit Gianluigi Buffon (53 Mio. Euro) erzielte nur ein einziger Torwart je eine höhere Ablösesumme.

Außenpositionen als wunder Punkt

Dass Guardiola vor allem die Defensive der Citizens verstärkte, hat seinen Grund nicht zuletzt im Achtelfinal-Aus der Königsklasse gegen Monaco. In zwei Spielen gegen die Franzosen kassierte Guardiolas Team insgesamt acht Treffer und schied am Ende wegen der Auswärtstore-Regel aus.

Gerade auf den Außenpositionen genügte der Kader nicht Guardiolas Ansprüchen. Pablo Zabaleta, Bacary Sagna, Gael Clichy, Aleksandar Kolarov: Allen fehlte die Dynamik, die Klasse oder beides. Keiner spielte sich fest auf den für Guardiolas Spielidee so wichtigen Positionen, keiner konnte das sein, was David Alaba und Philipp Lahm für ihn bei Bayern waren.

Um diesen Zustand zu ändern, musste City viel Geld in die Hand nehmen: Der Markt für Außenverteidiger auf Top-Niveau ist umkämpft - viel Nachfrage, wenig Angebot. Entsprechend teuer sind im gegenwärtigen Transfer-Wahnsinn die begehrten Spezialisten.

City nimmt es in Kauf, das neue, recht junge Trio ist eine Frischzellenkur - die City sowohl defensiv als auch offensiv einen Schub geben dürfte.

Sanchez als Vollendung?

Auf den vorderen Positionen sah Guardiola weniger Bedarf: Für diese holte er bislang nur Bernardo Silva. Der Rechtsaußen wechselte für 50 Millionen Euro von AS Monaco nach Manchester.

Damit belaufen sich die Ausgaben unter Guardiola in den drei Transferphasen seit seinem Amtsantritt im Sommer 2016 auf über 450 Millionen Euro. City gab seit 2013 unglaubliche 870 Millionen Euro aus.


Für den großen Wurf soll noch ein Stürmer her. Nachdem Monacos Wunderkind Kylian Mbappe wahrscheinlich zu Real Madrid wechselt, gilt ein Deal mit Alexis Sanchez als wahrscheinlicher.

Der Chilene soll bereit sein, für eine Wiedervereinigung mit Guardiola, unter dem er bereits bei Barca spielte, auf einen Teil seines Gehalts zu verzichten.

Er würde sich gut einfügen in den neuen City-Kader, der den Vorstellungen seines Coachs deutlich näher kommt als der alte.