GTE-Pro-Klasse im Fokus: Kommt Lamborghini hinzu?

Roman Wittemeier

Mit 17 Fahrzeugen von sechs verschiedenen Herstellern hat die GTE-Pro-Kategorie bei den 24 Stunden von Le Mans die größte Vielfalt und das beste Spektakel geboten. Dank einer gut dosierten BoP waren immerhin fünf von sechs Marken potenziell siegfähig - einzig Aston Martin hinkte hinterher. Zwar haben sich die McLaren-Pläne zum Einstieg in die Szene verflüchtigt, da die Briten nun die neue Topklasse ab 2020/21 ins Auge fassen, aber dennoch könnte es weiteren Zuwachs geben.

Bei Lamborghini ist in den vergangenen Monaten aus einer Idee ein regelrechter Plan erwachsen. "Es stimmt, wir sprechen über unseren nächsten Schritt. Wenn dieser erfolgt, dann wird das nach 2020 sein", erklärt Lamborghini-Chef Stefano Domenicali. "Wir haben noch Zeit für die Entscheidung und die richtige Vorbereitung. Wir müssen auch schauen, welche Entwicklungen es beim Reglement gibt." Eine Entscheidung soll zum Ende dieses Jahres fallen.

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Foto: Nikolaz Godet

"Ich glaube, dass die GTE-Meisterschaft in Sachen Wettbewerb, Sport und Tradition genau das ist, wo Lamborghini hingehört. Daher habe ich bei meinen Leuten eine genaue Analyse in Auftrag gegeben, um herauszufinden, was es braucht, um dort konkurrenzfähig zu sein. Wir schauen uns das konkret an, achten aber darauf, dass dabei keine hohen Kosten entstehen, die den normalen Betrieb beeinträchtigen könnten", sagt der ehemalige Ferrari-Formel-1-Teamchef.

Sollte Lamborghini den Schritt in die GTE-Szene machen, dann nicht als reines Werksteam. Ein solches Vorhaben ließe sich aktuell in der Gemengelage bei der Muttergesellschaft Audi (Festnahme Vorstandschef Stadler) und im gesamten Volkswagen-Konzern (Stichwort: "Dieselthematik" und damit verbundenen Sparmaßnahmen) kaum argumentieren. "Wir würden ein Team unterstützen und dabei die Marke platzieren", erklärt Domenicali das Vorhaben des Herstellers aus Sant'Agata.

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Lamborghini würde nach dem Vorbild von Ferrari auftreten. Die Italiener setzen ihre aktuellen 488 GTE Evo über das langjährige Partnerteam AF Corse ein. Motorsport.com