Grundwasser im Amazonasbecken weist hohe Konzentrationen von Arsen auf

Wasserreservoir im Amazonasbecken

Das Grundwasser im Amazonasbecken weist nach Angaben von Wissenschaftlern bedenkliche Konzentrationen von Arsen sowie Mangan und Aluminium auf. 250 Trinkwasserreservoirs wurden untersucht, die Forscher warnten am Dienstag vor möglichen Gesundheitsrisiken für die Landbevölkerung, die wegen des verschmutzten Flusswassers nach Grundwasser bohre.

Angesichts von verschmutzen Flüssen griffen ländliche Gemeinden auf Grundwasser als Trinkwasserquelle zurück, sagte Caroline de Meyer vom Wasserforschungsinstitut Eawag der Hochschule ETH Zürich. Es zeige sich, dass "auch das Grundwasser nicht bedenkenlos genutzt werden kann", weil viele Brunnen Wasser mit zu hohem Arsen-, Aluminium- und Mangangehalt führten, heißt es in einer Erklärung.

Die Spurenelemente würden "unterirdisch aus den Flussablagerungen gelöst" und stammten "nicht etwa aus Verschmutzungen durch die Industrie". Die Forscher warnten davor, das Problem zu unterschätzen. So sei die Mangankonzentration mancherorts um das 15-fache höher, als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen; die Aluminumwerte lägen um das Dreifache über dem Richtwert.

Allerdings sei das Bewusstsein für das Umweltproblem im Amazonasbecken kaum vorhanden, sagte de Meyer. Dauerhafte Arsenbelastung des Organismus wird mit Leber-, Nieren- und Blasenkrebs sowie mit Herzkrankheiten in Verbindung gebracht. Mangan-Kontaminierung kann zu neurologischen Schäden führen, über Folgen einer Dauerbelastung durch Aluminium ist bislang wenig bekannt.

Die Studie, die in Zusammenarbeit mit Experten aus Brasilien und Peru erstellt wurde, erfasste Brunnen, die bereits mehr als 20 Jahre alt waren, ebenso wie erst kürzlich angelegte.