Grosjean legt Oval-Bedenken ab: Haas-Duo verhandelt mit IndyCar-Teams

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 3 Min.

Bei Haas ist Schluss für Romain Grosjean und Kevin Magnussen nach der Formel-1-Saison 2020. Zieht es am Ende beide in die USA? Zumindest haben sowohl Grosjean als auch Magnussen nun bestätigt, konkrete Gespräche mit IndyCar-Teams zu führen.

Übersicht: Alle noch freien Cockpits für die Formel 1 2021!

Dabei hatte vor allem Grosjean lange Bedenken über einen solchen Wechsel geäußert, besonders aufgrund der Ovale im IndyCar-Kalender. Nun meint er: "Ich bin nicht der allergrößte Oval-Fan. Ich hatte aber gedacht, es gibt mehr Ovale bei den IndyCars. Im Prinzip aber sind es nur drei."

Das legendäre Indianapolis 500 falle ohnehin in eine eigene Kategorie, sagt Grosjean weiter. "Mit Le Mans und Monaco zählt es zu den Top-3-Rennen der Welt. Da kann man seine Furcht schonmal beiseiteschieben und teilnehmen."

Bessere Siegchancen als in der Formel 1?

IndyCar habe die Sicherheit enorm verbessert, sodass Grosjean jetzt "gute Möglichkeiten" sieht, einmal selbst im Oval anzutreten.

Magnussen, der IndyCar gegenüber immer schon offener war, meint ebenfalls: "Ich würde es gerne probieren. Weil sich die Autos so ähnlich sind, kannst du als Fahrer noch mehr den Unterschied machen."

Genau das reizt auch Grosjean: "Jeder hat das gleiche Auto, abgesehen von Dämpfern und den beiden unterschiedlichen Antrieben. Die Rennen sind ziemlich unterhaltsam. Und man hat gute Chancen auf den Sieg oder das Podium."

Wie würde man ein US-Engagement organisieren?

All das hat Grosjean und Magnussen bereits an den Verhandlungstisch geführt. Beide hätten schon entsprechende Gespräche gehabt, wollen aber keine Details dazu preisgeben.

Nur so viel: "Wir sind spät dran im Jahr, viele Teams haben sich für die Zukunft schon aufgestellt", sagt Magnussen. "Es sieht nicht sehr wahrscheinlich aus für 2021."

Übersicht: Alle noch offenen IndyCar-Cockpits für 2021

Kevin Magnussen, Haas F1, Guenther Steiner, Team Principal, Haas F1 and Romain Grosjean, Haas F1 in the press conference

Kevin Magnussen, Haas F1, Guenther Steiner, Team Principal, Haas F1 and Romain Grosjean, Haas F1 in the press conference <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Kevin Magnussen, Haas F1, Guenther Steiner, Team Principal, Haas F1 and Romain Grosjean, Haas F1 in the press conference Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Romain Grosjean, Haas F1, in a Press Conference

Romain Grosjean, Haas F1, in a Press Conference<span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Romain Grosjean, Haas F1, in a Press ConferenceMark Sutton / Motorsport Images

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Kevin Magnussen, Haas F1

Kevin Magnussen, Haas F1 <span class="copyright">Glenn Dunbar / Motorsport Images</span>
Kevin Magnussen, Haas F1 Glenn Dunbar / Motorsport Images

Glenn Dunbar / Motorsport Images

Kevin Magnussen, Haas F1 in the press conference

Kevin Magnussen, Haas F1 in the press conference <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Kevin Magnussen, Haas F1 in the press conference Mark Sutton / Motorsport Images

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Grosjean muss vor einer möglichen Vertragsunterzeichnung ohnehin noch ganz andere Überlegungen anstellen. Er erklärt: "Ich habe eine Frau und Kinder und kann nicht einfach den Rucksack schnappen und losziehen."

Details vielleicht schon "in den nächsten Tagen"

Bleibe er im Fall des Falles also in Europa wohnen und reise nur hin und her, oder sollte er besser mit seiner kompletten Familie übersiedeln? "Weit oben auf der Prioritätenliste steht, wo wir wohnen, was wir mit den Kindern und deren Ausbildung und ihrer Zukunft machen können", sagt Grosjean.

Insgesamt könne er sich den Wechsel aber gut vorstellen. "Möglichkeiten gibt es immer", meint Grosjean. "Es gibt Wünsche von beiden Seiten, dass es klappt. Wir müssen aber halt schauen, wie wir es hinkriegen würden. Hoffentlich können wir uns schon in den nächsten Tagen mit Details befassen."

Stress hatte Grosjean nämlich schon genug: Vor dem Türkei-Grand-Prix hat er seinen Flug nach Istanbul verpasst. Er scherzt: "Das musste ja noch passieren! Ich hatte das auf meiner To-Do-Liste. Das kann ich jetzt abhaken. Da steht aber übrigens auch noch ein Rennsieg. Hoffentlich kriegen wir das auch noch hin."

Ericsson wars!

Den verpassten Flug habe er übrigens auf den früheren Formel-1-Fahrer Marcus Ericsson geschoben. "In den sozialen Netzwerken haben ihn die meisten dafür verantwortlich gemacht. Das war mega! Also habe ich ihm eine Nachricht geschrieben. Wir haben herzlich gelacht."

Und wo man schon mal in Kontakt war, sei auch das Thema IndyCar zur Sprache gekommen, weil Ericsson dort aktiv ist. "Er ist schon eine große Hilfe", sagt Grosjean. "Marcus kennt Europa, die Formel 1, aber auch den US-Sport." Eine Entscheidung aber muss Grosjean am Ende selbst treffen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.