Große Mehrheit der jungen Deutschen kennt ihre Minister nicht

Das aktuelle Kabinett der Bundesregierung um Angela Merkel. (Bild: Getty Images)

Die neue Bundesregierung hat ihre Arbeit nach langen Koalitionsverhandlungen endlich aufgenommen. Doch viele Bürger kennen die Mitglieder des Kabinetts überhaupt nicht. Nur 58 Prozent der Deutschen können ein Regierungsmitglied beim Namen nennen. Besonders die Jungen kennen sich nicht aus.

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa hat Bundesbürger im Auftrag des RTL/n-tv Trendbarometers darum gebeten, einige Minister des neuen Merkel-Kabinetts zu nennen. Viele scheiterten: 42 Prozent der Befragten fiel kein einziger Minister ein.

Besonders 18- bis 29-Jährige sind ahnungslos: 62 Prozent der jungen Leute kennen keinen Minister der neuen Bundesregierung. Passend zur Altersgruppe sind es vor allem Schüler und Studenten (58 %), die die Frage nicht beantworten konnten.

Mindestens einen Minister konnten dagegen 75 Prozent der Rentner und über 60-Jährigen nennen. Auch Beamte (83 %) sind besser informiert. Unter den Parteianhängern ergibt sich das überraschende Bild, dass Sympathisanten der Oppositionsparteien mehr Minister kennen als Anhänger von SPD und CDU: 76 Prozent der FDP-Anhänger und 79 Prozent der Grünen-Anhänger konnten Mitglieder des Kabinetts nennen. Im Geschlechtervergleich ergab sich, dass Männer eher Minister nennen konnten als Frauen (64 % gegenüber 53 %).

Bei den Befragten, die einen Minister nennen konnten, war Innenminister Horst Seehofer der am häufigsten genannte (36 %). Finanzminister Olaf Scholz (33 %), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (24 %) und Außenminister Heiko Maas (23%) sind einigermaßen bekannt. Dagegen scheinen Bildungsministerin Anja Karliczek (1 %) und Bundesminister Helge Braun, Chef des Kanzleramts (1 %) völlig unbekannt zu sein.

Zwischen Ost- und Westdeutschen ergaben sich bei der Umfrage kaum Unterschiede – außer bei Ursula von der Leyen: 30 Prozent der Ostdeutschen nannten die Verteidigungsministerin, aber nur 22 Prozent der Westdeutschen.