Grober Umgang: Amy Adams verteidigt Double

Amy Adams verlangt einen respektvollen Umgang am Set. (Bild: AP Images)

Amy Adams duldet kein aggressives Verhalten gegenüber Frauen. Die Schauspielerin wurde mit ihrem Double verwechselt und von einem Kollegen grob angepackt. Adams wollte das nicht tatenlos hinnehmen.

Amy Adams hat sich bei Dreharbeiten für ihr ungerecht behandeltes Double stark gemacht. Der Vorfall ereignete sich am Set zu Adams’ neuer HBO-Serie „Sharp Objects“. „Jemand packte mich wirklich heftig und zerrte an mir. Ich meinte: ‚Was ist hier los?‘“, erinnert sich Adams im Gespräch mit dem Branchenmagazin „The Hollywood Reporter“. Es stellte sich heraus: Die aggressive Behandlung galt nicht dem Star der Show, man hatte Adams mit ihrem Double verwechselt.

„Du bist ja gar nicht Reb“, stellte der ertappte Mitarbeiter daraufhin erschrocken fest. Reb ist der Spitzname von Adams’ Stuntdouble Rebecca Bujko. Der Star bekam also nur zufällig am eigenen Leib mit, wie man mit ihrem Double umspringt. Die fünfmal für den Oscar nominierte Darstellerin („Arrival“) wollte die Sache nicht einfach auf sich beruhen lassen: „Ich sagte: ‚So wirst du sie nicht behandeln‘“, schilderte Adams.


Ein grober Umgang und mangelnder Respekt gegenüber Mitarbeitern scheint auch nach der großen #MeToo-Debatte noch immer Alltag im Filmgeschäft zu sein. Berühmte Schauspieler werden außerdem am Set deutlich besser behandelt als Nicht-Prominente. Amy Adams erklärte, sie selbst sei kurzzeitig unsicher gewesen, ob sie die Geschichte publik machen sollte. Die Betroffene selbst „hätte übrigens kein Wort darüber verloren“, sagte Produzentin Marti Noxon beim „Hollywood Reporter“ und befürwortete, dass Amy Adams mit der Story an die Öffentlichkeit ging. So etwas würde ständig bei Dreharbeiten passieren. Indem Frauen in der Branche häufiger in verantwortungsvolle Positionen kämen, ändere sich diese Tradition des Stillschweigens aber nach und nach.

Stuntdoubles werden bei Dreharbeiten neben gefährlichen Szenen auch oft genutzt, um die perfekten Licht- und Kameraeinstellungen für den jeweiligen Star festzulegen. Bujko sieht Adams mit ihren roten Haaren auch ohne Perücke ähnlich. Außerdem hatte sie die Schauspielerin bei der Vorbereitung von Nacktszenen am Set vertreten. Ihr wurden dabei wie Adams Narben auf den Körper geschminkt. „Wir sahen uns so ähnlich“, erklärte die Hauptdarstellerin die Verwechslung.


„Willkommen zu Hause …“

Adams spielt in „Sharp Objects“ eine Journalistin. Sie kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um über den Mord an zwei Mädchen zu berichten. Regie bei dem Achtteiler führte Jean-Marc Vallée („Dallas Buyers Club“). Die Miniserie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Bestsellerautorin Gillian Flynn. Sie feiert am 8. Juli Premiere auf HBO.