Großteil des Beirats der US-Nationalparks tritt aus Protest zurück

Innenminister Ryan Zinke

Aus Protest gegen die Umweltpolitik der Regierung von US-Präsident Donald Trump ist einem Zeitungsbericht zufolge fast der gesamte Beirat der US-Nationalparks zurückgetreten. Neun von zwölf Mitgliedern hätten am Montag in einem Brief an Innenminister Ryan Zinke erklärt, sie könnten ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen, berichtete die Zeitung "Washington Post" am Mittwoch. Das Innenministerium reagierte mit scharfen Vorwürfen gegen die Zurückgetretenen.

Das Ministerium, dem die Nationalparkbehörde unterstellt ist, habe den Beirat "ignoriert", zitierte die Zeitung aus dem Rücktrittsbrief des Beiratsvorsitzenden Tony Knowles. Die Themen, über die der Beirat mit dem Ministerium habe sprechen wollen, seien "eindeutig nicht Teil der Agenda" der neuen Regierung, fügte der frühere Gouverneur des Bundesstaats Alaska demnach hinzu.

Knowles fürchtet, dass die Verwaltung, der Schutz und die Weiterentwicklung der Nationalparks "zurückgestellt" worden seien, wie es in dem Bericht weiter hieß. Auch in Interviews mit dem Fernsehsender CNN und einem Radiosender in Alaska griff Knowles die Umweltpolitik der Trump-Regierung scharf an.

Das US-Innenministerium begrüßte die Rücktritte in einer Stellungnahme. Die Vorwürfe, das Gremium sei nicht einbezogen worden, wies das Ministerium zurück. Zugleich werden in der Stellungnahme Vorwürfe gegen die Beirats-Mitglieder erhoben: Sie hätten die Augen vor "sexuellen Übergriffen auf Frauen" in den Nationalparks verschlossen. Detailliertere Angaben dazu machte das Ministerium allerdings nicht. Die Neubesetzung der Posten werde schnell abgeschlossen sein, kündigte das Ministerium an.

Zu den Aufgaben des Beirats gehört es unter anderem, das Innenministerium bei der Ausweisung neuer Nationalparks zu beraten. Im Dezember hatte Präsident Trump zwei Naturschutzgebiete im Bundesstaat Utah drastisch zusammenstutzen lassen.