Großkunden verärgert über DB Cargo

Die Deutsche Bahn bekommt ihre Probleme bei ihrer Güterbahn nicht in den Griff. Großkunden schlagen nun Alarm.


„Wir bekommen zwar grundsätzlich die Anzahl an Waggons, die wir benötigen, sie sind teilweise jedoch erheblich verspätet“, heißt es auf Anfrage der WirtschaftsWoche bei Aurubis aus Hamburg, einem der weltgrößten Kupferproduzenten mit einem Umsatz von 9,5 Milliarden Euro. „Zusätzliche Verspätungen ergeben sich oft auf dem Weg von uns zu den Kunden“, so Aurubis weiter. Der Kupferhersteller habe teilweise auf Lkw umdisponieren müssen, um Kunden zu versorgen. In vielen Fällen gebe es jedoch „keine Alternative zur Bahn, die nicht zuletzt auch aus Umweltgründen das für uns bevorzugte Transportmittel ist“. Die aktuelle Situation sei „unbefriedigend“, so Aurubis.

Die Krise bei DB Cargo sorgt auch andere Großkunden: Stahlwerk Thüringen klagt über monatelange Schwierigkeiten, der Stahlkonzern Salzgitter beschwert sich über „erheblich erhöhten Aufwand und Stress bei der Organisation des Versands unserer Produkte“. Die Situation habe sich nur entspannt, weil Salzgitter über eine eigene Eisenbahn verfüge und „verstärkt mit Wettbewerbern der Deutschen Bahn und Lkw-Versand“ arbeite, sagte Salzgitter der WirtschaftsWoche.

DB Cargo sieht sich indes auf gutem Weg. Der Umsatz im ersten Halbjahr lag bei 2,3 Milliarden Euro. „Wir wachsen wieder“, sagte Bahn-Vorstand Berthold Huber bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen in Berlin.

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