Ein großes Problem der meisten Investoren

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
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Ein großes Problem der meisten Investoren lässt sich vermutlich symptomatisch wie folgt beschreiben: Wie sehen eine Aktie und die Stärke des Unternehmens. Aus irgendeinem Grund setzen wir jedoch nicht auf das Unternehmen beziehungsweise genau diese Aktie.

Im Rückspiegel erkennen wir dann: Ich habe es doch geahnt, dass diese Anteilsscheine eine Menge Potenzial besessen haben. Mal redet man sich ein, dass man auf einen günstigeren Zeitpunkt wartet. Mal vielleicht, dass man andere, spannendere Chancen identifiziert hat. Im Endeffekt dürfte vielen Investoren jedoch die Ausgangslage bekannt vorkommen.

Das wiederum lässt sich auf ein großes Problem zurückführen, das die meisten Investoren eint. Es kann eine Menge Rendite kosten. Oder dazu führen, dass man die falschen Aktien auswählt. Oder weiterhin in die falschen Aktien identifiziert. Lass uns diese Symptomatik und verschiedene Lösungsansätze daher einmal näher durchexerzieren.

Das große Problem vieler Investoren im Blick

Ich bin fast überzeugt, dass die meisten Investoren in zwei verschiedene Richtungen denken. Zum einen, wenn es darum geht ,sagen zu können, dass eine Aktie günstig ist. Zum anderen, dass ein Unternehmen besonders stark ist. Das große Problem vieler Investoren ist, dass sie diese beiden Dinge stets miteinander verknüpfen wollen.

Das heißt, sie erkennen, wie stark ein Unternehmen ist, aber investieren eben nicht, weil sie die Bewertung für teuer halten. Starke Unternehmen und deren Aktien sind jedoch leider häufig teuer bewertet. Aber wie gesagt: Es ist ja auch ein großes Problem.

Selbst wenn die Bewertung eines wirklich tollen Unternehmens günstiger wird, denken sie in eine andere Richtung und zweifeln daran, ob das Unternehmen wirklich noch so toll ist. Eine günstigere Bewertung geht schließlich häufig mit volatilen Phasen oder kurzfristigen Problemen einher. Das heißt, der Mix, den sie sehen, verschiebt sich konsequent und es gibt immer einen Grund, nicht zu investieren. Entweder, weil die Bewertung vermeintlich zu hoch ist. Oder aber, weil einem das Unternehmen kurzfristig doch nicht mehr so zusagt.

Die Folge ist bekannt: Man wird als Investor vermutlich ein weiteres Mal zurückblicken und ein starkes Unternehmen erkannt haben. Bloß, dass man nicht investiert hat. Vielleicht nicht einmal, wenn die Bewertung preiswerter geworden ist. Was wiederum daran liegt, dass man in dieser Phase am Unternehmen gezweifelt hat.

Verschiedene Lösungsansätze

Eines müssen wir vorweg definieren und das ist womöglich der einzige Ansatz, mit dem man dieses große Problem vieler Investoren beseitigen kann: Man wird nie ein ideales Unternehmen zu einem idealen Preis erhalten. Vielleicht im Crash, aber dann zweifeln viele Investoren am besagten Unternehmen. Es geht daher darum, sich stets auf einen Kompromiss einzulassen.

Das kann implizieren, dass man ein großartiges Unternehmen zu einem fairen Preis erwirbt. Eben, weil man weiß, dass Qualität selten günstig ist. Oder aber, dass man die Unsicherheit aushält, dass das Objekt der Wahl auch Risiken und Schwächen besitzt und der Aktienkurs nicht immer bloß steigen kann. Das sind zwei Lösungsansätze, mit denen man dieses große Problem als Investor aktiv angehen kann.

Falls du das nicht kannst, wird das Folgende passieren: Du wirst weitere Male starke Unternehmen identifizieren und ihnen dabei zusehen, wie der Aktienkurs in die Höhe schießt. Obwohl du es eigentlich besser gewusst hast.

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