Großes Herz, noch größere Klappe: So macht sich Katey Sagal als neue Erin Brockovich

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Mit ihrem Charme kann Rebel (Katey Sagal) den mürrischen Anwalt Julian Cruz (Andy Garcia) immer wieder davon überzeugen, ihr in juristisch kniffligen Situationen zu helfen. (Bild: Disney+/ABC/Karen Ballard)
Mit ihrem Charme kann Rebel (Katey Sagal) den mürrischen Anwalt Julian Cruz (Andy Garcia) immer wieder davon überzeugen, ihr in juristisch kniffligen Situationen zu helfen. (Bild: Disney+/ABC/Karen Ballard)

Erin Brockovich hat jetzt eine schrecklich nette Familie: Das Leben der Umweltaktivistin dient als Inspiration für die Disney-Serie "Rebel".

Aufgeben ist ihre Sache nicht, schon gar nicht, wenn es gegen übermächtige Gegner geht: Nachdem Erin Brockovich in den 1990er-Jahren einen Umweltskandal bei einem großen Energieversorger in Kalifornien aufdeckte und dabei half, dass die Betroffenen eine Rekordentschädigung erhielten, ist die streitbare Rechtsanwaltsgehilfin Teil der Popkultur geworden. Nicht zuletzt dank des Hollywood-Films, der Julia Roberts 2001 den Oscar bescherte.

Nun inspiriert die unglaubliche Geschichte der Umweltaktivistin eine ganze Serie: Katey Sagal spielt die Anwaltsgehilfin Annie Bello, die von allen nur "Rebel" genannt wird. In zehn Episoden kämpft sie ohne Jurastudium zwar aber mit großem Herz und noch größerer Klappe für das Recht der einfachen Menschen und gegen starre Machtstrukturen. "Rebel" ist ab 28. Mai bei Disney+ abrufbar: immer freitags wird eine neue Folge freigeschaltet.

Mit dem Segen der echten Erin Brockovich, die als ausführende Produzentin beteiligt war, nimmt es Rebel in Kalifornien mit einer milliardenschweren Firma auf, deren künstliche Herzklappen bei den Patienten Spätfolgen verursachen. Allein ist sie in ihrem Kampf nicht: Ihre Noch- und Ex-Ehemänner, alte Bekannte und die mittlerweile erwachsenen Kinder unterstützen sie.

Rebel (Katey Sagal, rechts) lässt sich nichts gefallen: Sie zieht mit ihrer Freundin Lana (Tamala Jones) und Professor Jason Erickson (Dan Butacinsky) in den Kampf David gegen Goliath. (Bild: Disney+/ABC/Karen Ballard)
Rebel (Katey Sagal, rechts) lässt sich nichts gefallen: Sie zieht mit ihrer Freundin Lana (Tamala Jones) und Professor Jason Erickson (Dan Butacinsky) in den Kampf David gegen Goliath. (Bild: Disney+/ABC/Karen Ballard)

Alle Ungerechtigkeiten dieser Welt

Dass sie es nicht immer ganz freiwillig tun, liegt in der bewegten Vergangenheit der Hauptfigur begründet. Rebel muss sich also nicht nur um die Ungerechtigkeiten der Welt (Missbrauch, Fehlgeburten, Tod, Sucht, Untreue) kümmern, sondern ist auch auf nicht wenigen persönlichen Baustellen unterwegs. Erin Brockovich hat plötzlich eine schreckliche nette Familie, was einerseits ganz unterhaltsam ist und für Abwechslung sorgt. Andererseits verliert sich der mäandernde Plot dabei in einer gewissen Belanglosigkeit. Fesselnd geht jedenfalls anders.

Zumal die Serie immer ein bisschen zu glatt, ein bisschen zu oberflächlich und moralisch ein bisschen zu überladen wirkt. Dass "Rebel" irgendwie wie "Grey's Anatomy" aussieht, ist kein Zufall: Als Showrunner ist Krista Vernoff für die Serie verantwortlich, die die Krankenhausserie viele Staffeln lang maßgeblich geprägt hat.

In den USA läuft "Rebel" bereits seit Anfang April beim US-Networksender ABC. Trotz der hochkarätigen Besetzung, neben Katey Sagal ("Eine schrecklich nette Familie", "Sons of Anarchy") spielen unter anderem Andy Garcia ("Ocean's Eleven") und John Corbett ("My Big Fat Greek Wedding") tragende Rollen, ist bereits nach der ersten Staffel Schluss mit dem Aufstand der kleinen Leute gegen übermächtige Konzerne.

Rebel (Katey Sagal) schafft es immer wieder, Männer aus ihrer Vergangenheit und ihrer Gegenwart zu unterhalten. (Bild: Disney+/ABC/Temma Hankin)
Rebel (Katey Sagal) schafft es immer wieder, Männer aus ihrer Vergangenheit und ihrer Gegenwart zu unterhalten. (Bild: Disney+/ABC/Temma Hankin)
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