USA und Südkorea demonstrieren Stärke mit Militärmanöver im Pazifik

US-Flugzeugträger

Vor dem Hintergrund des Atomkonflikts mit Nordkorea haben die USA und Südkorea militärische Stärke demonstriert: Drei US-Flugzeugträger und sieben südkoreanische Kriegsschiffe starteten im Westpazifik ein dreitägiges gemeinsames Militärmanöver, wie das Verteidigungsministerium in Seoul am Samstag mitteilte. Nordkorea holte derweil zu einer neuen Verbalattacke gegen US-Präsident Donald Trump aus: Ein Regierungssprecher nannte dessen derzeitige Asien-Reise "kriegstreiberisch".

Südkoreas Verteidigungsministerium stellte die gemeinsame Militärübung in direkten Zusammenhang mit der Bedrohung aus dem Norden: Ihr Ziel sei es, die Abschreckung angesichts der Bedrohung durch Nordkorea zu verstärken und jegliche Provokationen durch Pjöngjang abzuwehren. Es ist das erste Mal seit zehn Jahren, dass eine derart hohe Zahl an Flugzeugträgern an einem Manöver in der Region beteiligt ist.

Nordkorea wirft den USA und Südkorea regelmäßig vor, mit ihren gemeinsamen Militärmanövern eine Invasion zu proben. Pjöngjang reagiert dann oft mit eigenen Manövern oder Raketentests auf die Übungen seiner Erzfeinde.

In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang massiv verschärft. Nordkorea hatte Anfang September seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe.

Zudem testete Pjöngjang in den vergangenen Monaten mehrfach Mittelstreckenraketen - in zwei Fällen feuerte es die Geschosse über Japan hinweg in den Pazifik. Nordkorea drohte explizit mit einem Angriff auf ein Gebiet vor dem US-Pazifikterritorium Guam, wo tausende US-Soldaten stationiert sind.

Bei seinem ersten Auftritt vor der UNO Ende September hatte Trump Nordkorea mit "vollständiger Zerstörung" gedroht. Die nordkoreanischen Staatsmedien bezeichneten diese Aussage als "Kriegserklärung".

Der Konflikt mit Nordkorea dominiert auch Trumps Asienreise, die den US-Präsidenten zunächst nach Japan, Südkorea und China geführt hatte. Mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In vereinbarte der US-Präsident, die Militärpräsenz vor der koreanischen Halbinsel zu verstärken. In einer Rede vor dem südkoreanischen Parlament warnte er Nordkorea davor, die USA zu unterschätzen.

Der nordkoreanische Außenamtssprecher erwiderte nun, derartige Warnungen könnten sein Land "niemals abschrecken" oder vom Ausbau seines Atomprogramms abbringen. Vielmehr trieben sie Nordkorea dazu, die Bemühungen um die "Vollendung der staatlichen Atomstreitkraft" zu verstärken, sagte der Sprecher laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA vom Samstag. Trumps Reise nannte der Sprecher "kriegstreiberisch".

Trump wollte am Samstag vom vietnamesischen Danang, wo er am Gipfel der Asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) teilgenommen hatte, in die Hauptstadt Hanoi fliegen. Am Sonntag reist der 71-Jährige zum Gipfel der südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) in der philippinischen Hauptstadt Manila weiter.