Festnahmen bei Razzia wegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung in drei Bundesländern

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Blaulicht (AFP/Ina FASSBENDER)

Bei einer Razzia gegen Mitglieder eines international agierenden Geldwäschenetzwerks in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sind elf Beschuldigte festgenommen worden. Das Netzwerk soll Gelder aus Straftaten gewaschen oder dafür zur Verfügung gestellt haben, wie NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf sagte. In Einzelfällen sei damit auch Terrorismus finanziert worden.

Im Fokus der Ermittlungen stehen zwei Hauptbeschuldigte im Alter von 44 beziehungsweise 42 Jahren, wie die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft und die Polizei gemeinsam mitteilten. Sie sollen einer Vielzahl von Kunden die Möglichkeit geboten haben, gegen Zahlung einer Provision Geld illegal aus Deutschland und den Niederlanden nach Syrien und in die Türkei zu überweisen.

Ab dem frühen Mittwochmorgen durchsuchten demnach mehr als tausend Beamte insgesamt 85 Häuser, Wohnungen, Büros und Geschäftsobjekte in 25 Städten, unter anderem in Bremerhaven, Düsseldorf, Köln und Hannover. Neben Spezialeinheiten, Steuerfahndern und Kräften des Staatsschutzes waren auch mehrere Einsatzhundertschaften sowie Drogen- und Geldspürhunde beteiligt.

Den Angaben zufolge wurden Bargeld und Vermögenswerte in Höhe von rund viereinhalb Millionen Euro beschlagnahmt, darunter Luxusuhren, Schmuck, Gemälde und mehrere hochpreisige Sportwagen. Bei einem Beschuldigten sei eine Stereoanlage im Wert von hunderttausend Euro gefunden worden, sagte der Innenminister.

Der Großeinsatz richtete sich nach Polizeiangaben gegen 67 mutmaßliche Mitglieder eines seit 2016 international agierenden Netzwerks. Im Rahmen eines weit verzweigten Geflechts von Waren- und Geldflüssen sollen sie unerlaubte Zahlungsdienste erbracht und Gelder aus Straftaten gewaschen haben. Bei Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Netzwerks seien teils Todesdrohungen ausgesprochen worden.

"Das war ein verdammt dickes Ding heute, an dem lange und unter strenger Geheimhaltung gearbeitet wurde", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Der Terrorfinanzierung sei mit dem Einsatz "ein extrem ergiebiger Geldhahn abgedreht" worden. Nach vorläufiger Schätzung betrug das Transaktionsvolumen im Ermittlungszeitraum rund 140 Millionen Euro. "Allein durch die Hände der zwei Hauptbeschuldigten gingen jeweils mehr als 60 Millionen Euro", sagte Reul.

Bei den 67 Verdächtigen handle es sich mehrheitlich um syrische Staatsbürger. Die übrigen Beschuldigten haben laut Innenminister entweder die deutsche, jordanische, libanesische, türkische oder ukrainische Staatsbürgerschaft. Ein Beschuldigter sei Palästinenser. Zwei der festgenommenen Tatverdächtigen seien zuvor als islamistische Gefährder eingestuft worden.

Den Beschuldigten wird auch vorgeworfen, zu Unrecht Sozialleistungen zu beziehen, sozialversicherungsrechtlichen und steuerlichen Pflichten nicht nachzukommen und sich bei der Verschleierung dessen gegenseitig zu helfen. Die Tatvorwürfe erstrecken sich darüber hinaus auch auf Gewalttaten wie bewaffneten Raub und Geiselnahme, die zur Eintreibung von bestehenden und vermeintlichen Forderungen begangen würden.

Gegen einen der Beschuldigten, ein in Nordrhein-Westfalen wohnender 39-jähriger syrischer Staatsangehöriger, wurde nach Polizeiangaben zudem ein Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vollstreckt. Der Mann sei verdächtig, sich 2013 in Syrien der Gruppierung Dschabhat al-Nusra angeschlossen und einen Kampfverband angeführt zu haben.

ruh/cfm

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