Große Mehrheit der Deutschen befürwortet Gratis-Kondome für junge Menschen

In Frankreich erhalten junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren seit Jahresbeginn kostenlos Kondome - und auch in Deutschland wäre eine große Mehrheit der Menschen einer Umfrage zufolge dafür. Vor allem Befragte bis 44 Jahren sprechen sich der repräsentativen Umfrage zufolge für eine Regelung nach französischem Vorbild aus.

Gibt es bald auch in Deutschland kostenlose Kondome für junge Menschen? (Bild: Reuters)
Gibt es bald auch in Deutschland kostenlose Kondome für junge Menschen? (Bild: Reuters)

In Frankreich erhalten junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren seit Jahresbeginn kostenlos Kondome - und auch in Deutschland wäre eine große Mehrheit der Menschen einer Umfrage zufolge dafür. Das teilte die Krankenkasse DAK am Sonntag unter Berufung auf eine Befragung im eigenen Auftrag mit. Demnach befürworten 86 Prozent der Menschen hierzulande Gratis-Kondome für Menschen unter 26 Jahren.

Vor allem Befragte bis 44 Jahren sprechen sich der repräsentativen Umfrage zufolge für eine Regelung nach französischem Vorbild aus. Die Zustimmung in dieser Altersgruppe liegt nach Angaben der DAK bei 91 Prozent. Auch die Kasse unterstützt die Idee. "Kondome schützen effektiv vor der Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten, die gravierende gesundheitliche Folgen haben können", erklärte DAK-Vorstandschef Andreas Storm dazu in Hamburg.

Kostenfreie Kondomabgabe in Apotheken?

Nach Auffassung der Krankenkasse sollte die kostenfreie Kondomabgabe an junge Menschen in Apotheken erfolgen. In Deutschland ist eine Erstattung der Kosten für Verhütungsmittel den Krankenkassen aus rechtlichen Gründen bislang nicht möglich. Das müsse geändert werden, betonte die DAK. Sie verwies unter anderem auf eine stark steigende Zahl der jährlich registrierten Übertragungen der Geschlechtskrankheit Syphilis.

Deren Zahl stieg demnach in den Jahren vor der Corona-Pandemie zwischen 2001 und 2019 um mehr als das fünffache. Der Lockdown und andere Maßnahmen zur Corona-Eindämmung hätten dann zu "Sondereffekten" geführt und einen Rückgang verursacht, erklärte Storm. Es sei aber mit einem Wiederanstieg zu rechen. Er verwies zudem auf schwere gesundheitliche Langzeitfolgen bei Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten, zu denen etwa auch Hepatitis B zählt.

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