Große Lawinengefahr in den Alpen

Hohe Lawinengefahr in den Alpen

In den Alpen besteht weiterhin eine deutlich erhöhte Lawinengefahr. Der Lawinenwarndienst Bayern erhöhte am Montag für den gesamten Alpenraum die Warnstufe von drei auf vier, die zweithöchste Gefahrenstufe. Aus Steilhängen aller Höhenlagen sei mit der Selbstauslösung vieler mittlerer, teilweise auch großer Lawinen zu rechnen. Auch in den kommenden Tagen werde die Lawinensituation angesichts des Tauwetters angespannt bleiben, Unternehmungen abseits gesicherter Pisten seien nicht zu empfehlen.

Wegen Lawinengefahr mussten die Bundesstraße B2 Mittenwald-Weilheim, die B307 Vorderriß-Gmund und die Staatsstraße Ettal-Reutte streckenweise gesperrt werden. Die Bahn musste die Verbindung zwischen Mittenwald und Scharnitz wegen des Wetters sperren und konnte wegen Straßensperren keinen Schienenersatzverkehr einrichten.

Bereits am Sonntag hatte es mehrere Lawinenabgänge in den bayerischen Alpen gegeben. Dabei kam ein 30 Jahre alter Mann ums Leben, weitere Skisportler wurden zum Teil schwer verletzt.

Im Schweizer Kanton Schwyz waren am Montag im Höhlensystem Hölloch im Muotathal acht Schweizer Touristen eingeschlossen, die am Vortag von einem Wassereinbruch überrascht worden waren. Wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA berichtete, erreichten Einsatzkräfte nach acht Stunden über einen alternativen Eingang das hochwassersichere Biwak der acht Männer, die seit dem frühen Sonntagmorgen von der Außenwelt abgeschlossen waren.

Dieser alternative Weg sei nur für Profis zugänglich und komme für die Touristengruppe nicht in Frage, erläuterte ein Sprecher der Rettungskräfte laut SDA. Den acht Männern im Alter zwischen 25 und 55 Jahren gehe es gut, sie hätten genügend Lebensmittel und würden psychologisch betreut, sagte der Sprecher der Schwyzer Kantonspolizei, Florian Grossmann, der SDA. Es sei aber noch unklar, wann sie die Höhle wieder verlassen können.

Im Schweizer Wintersportort Zermatt riefen die Behörden die von der Außenwelt abgeschnittenen Menschen auf, wegen der Lawinengefahr in den Häusern zu bleiben. Auch Helikopterflüge waren in dem bereits auf Straßen und Schienen nicht mehr erreichbaren Ort zunächst nicht mehr möglich, wie die SDA berichtete. Demnach herrschte im Kanton Wallis Alarmstimmung, es wurden Lawinen, Erdrutsche und Überschwemmungen befürchtet.

Zermatt wolle, "wenn es das Wetter ermöglicht", einen Hubschrauber-Shuttle für die derzeit rund 9000 eingeschlossenen Touristen einrichten, sagte eine Tourismus-Sprecherin dem Sender SWR Aktuell.

Auch in Österreich herrschte eine erhöhte Lawinengefahr. Mit einer Entspannung der Lage sei erst im Lauf der Woche zu rechnen, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Salzburg. In Tirol lösten die Behörden zum ersten Mal seit dem Jahr 1999 die Lawinengefahrstufe 4 aus.