Große Übersicht: So viel kosten WG-taugliche Wohnungen

Seit 2015 sind die Mieten für Studenten-WGs bundesweit um durchschnittlich zwölf Prozent gestiegen. Wir haben uns die Mietpreise in 75 Uni- und Hochschulstädten genauer angesehen.

Das Abitur ist geschafft, das Studium lockt. Für mehr als 400.000 junge Menschen beginnt bald ein neuer Lebensabschnitt. Doch bevor es zur Erstsemesterparty geht, will eine große Hürde genommen werden: Eine Studentenwohnung muss her. Kein leichtes Unterfangen, wenn Tausende gleichzeitig mit der Wohnungssuche beginnen – und oft auch kein billiges Vergnügen. Der bald zehn Jahre andauernde Immobilienboom in Deutschland ging am Mietmarkt für Studenten nicht spurlos vorüber.

Das Maklerunternehmen Homeday hat für die WirtschaftsWoche die 75 wichtigsten Uni- und Hochschulstädte in Deutschland unter die Lupe genommen und die Mietpreise (Kaltmiete, ohne Nebenkosten) mit denen von 2015 verglichen. Datenbasis waren dabei zehn Millionen konkrete Wohnungsangebote der vergangenen Jahre sowie zahlreiche weitere relevante Merkmale, etwa zur Lage, Anbindung oder Uni-Nähe.

Die erste Erkenntnis der Auswertung: Im Durchschnitt sind die Mieten für WG-taugliche Wohnungen in den vergangenen drei Jahren um zwölf Prozent gestiegen.

Alle Ergebnisse im Überblick


Die Entwicklung verläuft natürlich nicht überall gleich. Besonders drastisch fielen die Mieterhöhungen in beliebten Uni-Städten wie München, Berlin, Stuttgart oder Passau aus. Hier kletterten die Mietpreise für Studenten-WGs seit 2015 sogar um mehr als 20 Prozent. Keine einzige der untersuchten 75 Städte verzeichnete einen Rückgang der Mieten. Die geringste Mietsteigerung wiesen die Hochschulstandorte Jena, Chemnitz, Greifswald, Senftenberg und Saarbrücken auf. Hier stiegen die WG-Mieten im gleichen Zeitraum nur zwischen 2,5 und 4,7 Prozent.

Teuerster Wohnungsmarkt für Studenten ist mit Abstand München. Hier stiegen die Mieten um fast ein Viertel. Eine 75-Quadratmeterwohnung kostet mittlerweile kalt schon durchschnittlich 1410 Euro im Monat. Das entspricht einer Quadratmeterkaltmiete von 17,60 Euro. Bei einer Dreier-WG zahlt somit jeder Bewohner im Musterfall 470 Euro – ohne Heizung, Wasser, Strom und weitere Nebenkosten. „Üblicherweise stehen Studierenden etwa 900 Euro im Monat zur Verfügung. Bei den aktuellen Preisen fließt demnach mehr als die Hälfte des Budgets allein in die Kaltmiete“, rechnet Steffen Wicker, Gründer und Geschäftsführer von Homeday vor.

Nach München sind die teuersten Uni-Städte Frankfurt, Stuttgart, Konstanz, Freiburg und Hamburg. Hier sind Mieten zwischen 1080 und 920 Euro fällig, was Quadratmeterpreisen zwischen 13,55 und 11,50 Euro entspricht. Nur knapp dahinter liegen Tübingen, Heidelberg, Berlin, Köln, Düsseldorf und Mainz mit Kaltmieten von 11,10 und 10,55 Euro pro Quadratmeter. 


Auch wenn sich Studenten die Uni nicht nach der Höhe der Mieten aussuchen: Jenseits der Hochburgen lässt sich ordentlich Geld sparen. Die günstigsten Hochschulstandorte sind nahezu halb so teuer. In Wittenberg, Chemnitz, Senftenberg, Salzgitter, Cottbus und Iserlohn liegen die Quadratmetermieten unter sechs Euro. Eine Dreier-WG in einer 75-Quadratmeterwohnung zahlt jeder Bewohner somit nur zwischen 140 und nicht einmal 160 Euro im Monat. 

Auch Städte wie Magdeburg, Wuppertal, Leipzig, Bochum, Dortmund, Essen und Saarbrücken sind mit weniger als sieben Euro Miete pro Quadratmeter vergleichsweise günstig. Vor allem ostdeutsche Städte und weite Teile des Ruhrgebiets weisen noch studentenfreundliche Mieten auf – obwohl es dort durchaus große und beliebte Universitäten gibt. Dazu zählen etwa die Ruhr-Uni Bochum mit rund 43.000 Studenten und die Uni Duisburg-Essen, die ihre Fakultäten mit rund 43.000 Studenten auf beide Städte verteilt.

Im Mittelfeld – also zu Mieten zwischen 8 und 9 Euro je Quadratmeter, werden Studenten in Städten wie Trier, Passau, Göttingen, Hannover oder sogar Aachen fündig. Gerade die RWTH Aachen mit ihren mehr als 45.000 Studenten erreicht beim Uni-Ranking der WirtschaftsWoche regelmäßig Spitzenplätze, dennoch sind die Mieten für Studenten moderat geblieben.

Studenten, die jetzt mit der Wohnungssuche beginnen, sollten die Mieten vor Ort kennen und dabei insbesondere die Quadratmeterpreise vergleich, damit sich die erste Wohnung nicht als teurer Missgriff entpuppt.

„Erhebliche Preisunterschiede zwischen den Vierteln“

Gute Wohnungen oder WG-Zimmer sind natürlich gefragt. Daher empfiehlt es sich, die Wohnungssuche gut vorbereitet anzugehen. Eine zum Besichtigungstermin mitgebrachte Personalausweiskopie, eine Schufa-Auskunft, eventuell die jüngsten Gehaltsabrechnungen oder eine Elternbürgschaft erhöhen die Chancen bei der Wohnungssuche.

Studenten können natürlich versuchen, innerhalb der Stadt billiger zu mieten. „Innerhalb der Städte gibt es oft erhebliche Preisunterschiede zwischen den Vierteln“, hat Wicker beobachtet. „Wer zum Beispiel nicht in, sondern neben dem Szenebezirk eine passende Bleibe findet, oder etwas mehr Fahrtzeit zum Campus in Kauf nimmt, wohnt in vielen Fällen deutlich günstiger.“

Dann ist es allerdings auch weiter bis zur Erstsemesterparty.