Großbritanniens größte Steuersenkung seit 1972 crasht das Pfund

(Bloomberg) -- Die Regierung von Liz Truss hat für Großbritannien das radikalste Steuersenkungspaket seit 1972 geschnürt. Um das langfristige Potenzial der Wirtschaft zu stärken, sollen die Abgaben sowohl für Haushalte als auch für Unternehmen herabgesetzt werden.

Schatzkanzler Kwasi Kwarteng hat den Spitzensteuersatz von 45%, den nur die Reichsten zahlen, abgeschafft und den Basissteuersatz von 20% auf 19% gesenkt.

Die konservative Regierung hofft, dass ihr Programm, das auch regulatorische Reformen umfasst, die Wirtschaft ankurbelt, eine Rezession abwendet, die laut der Bank of England bereits begonnen hat, und das Vereinigte Königreich aus einem Jahrzehnt schwachen Wachstums herausführt.

Investoren und Ökonomen indessen äußerten die Befürchtung, dass das Paket die Verschuldung des Finanzministeriums in unerschwingliche Höhen treiben und die Inflation anheizen wird.

In Reaktion auf die Steuersenkung fiel das britische Pfund um rund 2% und notierte erstmals seit 1985 unter der Marke von 1,11 Dollar. Am Staatsanleihemarkt setzte ein Ausverkauf ein. Die Rendite fünfjähriger Gilts kletterte um beispiellose 57 Basispunkte. Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentierten rund 30 Basispunkte höher als am Vorabend.

Kwarteng gab als Ziel für die Wirtschaft ein Trendwachstum von 2,5% vor, das seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr erreicht wurde. “Wir haben versprochen, dem Wachstum Vorrang zu geben”, sagte er am Freitag vor dem Unterhaus in London. “Wir haben einen neuen Ansatz für eine neue Ära versprochen.”

Überschrift des Artikels im Original:

UK’s Biggest Tax Cuts Since 1972 Prompt Crash in Pound (Correct)

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