Großbritanniens Außenminister Johnson reist in den Iran

Großbritanniens Außenminister Johnson reist in den Iran

Großbritanniens Außenminister Boris Johnson will sich bei einem Besuch im Iran für die Freilassung einer dort inhaftierten Britin einsetzen. Johnson werde am Sonntag mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif zusammenkommen, wie das Außenministerium in London am Freitag mitteilte. Bei dem Treffen solle auch über das Atomabkommen mit dem Iran, den Jemen-Konflikt und die angespannte Lage im Nahen Osten beraten werden.

Die Britin Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist seit April 2016 im Iran inhaftiert. Sie war während eines Iran-Besuchs festgenommen und später wegen Teilname an Protesten gegen die Regierung im Jahr 2009 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Zaghari-Ratcliffe, die neben der britischen auch die iranische Staatsbürgerschaft besitzt, bestreitet die Vorwürfe. Am Sonntag muss sie sich nun auch noch wegen "Propaganda gegen die Regierung" vor Gericht verantworten.

Kritiker warfen Johnson vor, die Lage der jungen Britin erheblich verschlimmert zu haben, als er bei einer Ausschusssitzung im Parlament gesagt hatte, Zaghari-Ratcliffe habe während ihres Aufenthalts im Iran Journalisten unterrichtet - eine Behauptung, die ihr Mann und ihr Arbeitgeber, die Thomson Reuters Foundation, vehement zurückweisen. Später nahm Johnson seine Bemerkung wieder zurück und entschuldigte sich bei der Familie.

Johnson besucht während seiner dreitägigen Reise in die Region zunächst den Oman, anschließend fliegt er in die Vereinigten Arabischen Emirate und am Sonntag dann nach Teheran weiter. Es ist der erste Besuch des britischen Außenministers im Iran.