Großbritannien will ab 2040 Verkauf von Dieselautos und Benzinern verbieten

Großbritannien will den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren ab dem Jahr 2040 verbieten

Großbritannien will den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor ab 2040 verbieten. Der am Mittwoch von Umweltminister Michael Gove bestätigte Klimaschutzplan sieht nicht nur das Aus für Dieselfahrzeuge und Benziner vor, sondern auch für Hybridfahrzeuge. Nachdem kürzlich bereits Frankreich ähnliche Ankündigungen machte, sehen Umweltschützer nun die Bundesregierung am Zug. Doch die lehnt einen Abschied vom Verbrennungsmotor derzeit ab.

Das angekündigte Aus für Verbrennungsmotoren ist Teil eines mit Spannung erwarteten Klimaschutzplans der konservativen Regierung in London, mit dem die in manchen Städten zu hohen Schadstoffwerte gesenkt werden sollen. Der Oberste Gerichtshof des Landes hatte die Regierung aufgefordert, entsprechende Maßnahmen vorzulegen. In Großbritannien wird auch über Zufahrtsbeschränkungen für Dieselautos in den Innenstädten diskutiert.

Britische Umweltschützer kritisierten, die Ausstiegspläne seien zwar gut für Schlagzeilen, im Kampf gegen die aktuelle Luftverschmutzung aber ungenügend. Die Vereinigung der Motorenhersteller- und händler warnte ihrerseits vor dem Verlust von Arbeitsplätzen und verwies darauf, dass Verbraucher wegen der Kosten von Elektrofahrzeugen, deren Reichweite sowie der Versorgung mit Ladestationen noch Bedenken gegen die neue Technologie hegten.

Ähnliche Vorbehalte bestehen auch in Deutschland gegenüber Elektrofahrzeugen: Von den fast 46 Millionen Pkw auf deutschen Straßen sind nur wenig mehr als 34.000 reine Elektroautos. Nachdem aber bereits die Regierung in Frankreich vor drei Wochen angekündigt hatte, bis spätestens 2040 den Verkauf von Diesel- und Benzinautos verbieten zu wollen, wurden am Mittwoch auch erneut Forderungen an die Bundesregierung laut, ein Datum für das Aus von Verbrennungsmotoren zu benennen.

"Mit jeder Nachricht wird die Diagnose deutlicher: Der Verbrennungsmotor stirbt", erklärte Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup. "Nur mit einem gesetzlich vorgegebenen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis zum Jahr 2025 wird die deutsche Schlüsselindustrie die nötige Innovationskraft entwickeln, um sowohl ihr eigenes Überleben zu sichern als auch das des Planeten."

Auch für Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sind "die Tage des fossilen Verbrenners längst" gezählt. "Die Bundesregierung darf nicht länger ein totes Pferd reiten, sondern muss zu den Ländern zählen, die klare und ambitionierte Ziele beim Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor setzen", sagte er der "Saarbrücker Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Die Grünen wollen neue Autos mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2030 verbieten.

Ein Sprecher von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) äußerte Symphatie für dieses Datum ebenso wie für die Ankündigungen aus London und Paris. Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer stellte jedoch klar: "Ein Verbot von Diesel-Fahrzeugen oder Benzinern steht derzeit nicht auf der Agenda der Bundesregierung." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe bereits mehrfach davor gewarnt, "den Diesel zu verteufeln".

Angesichts des Skandals um gefälschte Diesel-Abgaswerte warf Greenpeace-Experte Austrup der Bundesregierung vor, sie grabe sich "gemeinsam mit der Branche ein und träumt weiter den Traum vom sauberen Diesel". Auf einem Krisentreffen am nächsten Mittwoch will die Bundesregierung mit der Branche über Auswege aus der Diesel-Affäre beraten.