Großbritannien testet Lockerung der Regeln: 6.000 Raver dürfen am Wochenende feiern — ohne Abstand und ohne Masken

Klemens Handke
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Der Bass vibriert im Körper, an der Decke hängen Schweißtropfen, dicht an dicht tanzt man in nebliger Dunkelheit und lässt den Alltag und alles andere hinter sich. Was für viele Partygänger noch im Winter 2019 Normalität an einem Wochenende war, ist über ein Jahr nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie schon fast in Vergessenheit geraten. Doch es strahlt ein Stroboskoplicht am Ende des Tunnels. In Großbritannien soll an diesem Wochenende erstmals wieder ein Nachtclub für 6.000 feierdurstige Briten öffnen — ohne Abstand und ohne Masken.

Das Event soll in einem Nachtclub in Liverpool stattfinden. Am Freitag und Samstag können die Teilnehmer durch die Nacht feiern. Anhand der staatlich unterstützten Testveranstaltung wollen Kulturschaffende und Wissenschaftler beobachten, wie sicher Großveranstaltungen in der aktuellen Situation abgehalten werden können und wie offen die Besucher gegenüber Testmöglichkeiten sind.

Um teilzunehmen, müssen die Gäste 36 Stunden vor Beginn der Veranstaltung einen negativen Schnelltest absolvieren, berichtet "Bloomberg". Nach dem Event haben die Teilnehmer bis zu fünf Tage Zeit, um einen PCR-Test nachzuholen. Der Eintritt kostete zwischen 37 und 45 Euro. An dem Event nimmt auch der deutsche Star-DJ Sven Väth teil.

50 Prozent der britischen Bevölkerung haben erste Impfdosis

In Großbritannien sollen, wenn es nach Premierminister Boris Johnson geht, noch in diesem Sommer alle Clubs wieder eröffnen. 50 Prozent der britischen Bevölkerung erhielten bereits eine erste Impfdosis. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 23,6.

Bereits Ende März wurde in Barcelona ein Konzert vor 5.000 Zuschauern abgehalten. Zuvor mussten die Besucher einen Antigen-Test absolvieren. Auf der Veranstaltung galt Masken- und Abstandspflicht. Im Nachhinein bezeichneten die Veranstalter das Konzert als historischen Erfolg. Nur zwei der Besucher haben sich womöglich auf dem Event angesteckt.

In Deutschland halten sich die Planungen für Großveranstaltungen in Grenzen. Viele Festivals, zu denen jeden Sommer mehrere Tausend Besucher strömen, haben ihre Termine bereits auf das nächste Jahr verlegt. Eine Ausnahme unter den großen Festivals stellt hier die Fusion dar. Die Veranstalter des traditionsreichen Techno-Festivals stellten eine ausgearbeitete Corona-Strategie vor. Vorgesehen sind unter anderem PCR-Tests vor und während des Festivals.