Großbritannien: Industriestimmung trübt sich weniger ein als zunächst gedacht

LONDON (dpa-AFX) -Die Stimmung in der britischen Industrie deutet auf ein noch deutlicheres Schrumpfen der Wirtschaftsaktivität hin. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel im Dezember zum Vormonat um 1,2 Punkte auf 45,3 Punkte, wie S&P Global am Dienstag in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Dies ist der niedrigste Stand seit Mai 2020. Der Rückgang war etwas weniger deutlich als noch in einer ersten Schätzung mit 44,7 Punkten ermittelt. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung der Erstschätzung gerechnet.

Der Indikator lag damit aber bereits den fünften Monat in Folge unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Werte unterhalb der 50-Punkte-Marke deuten auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivitäten hin.

"Der Abschwung in der britischen Industrie hat sich zum Ende des Jahres weiter verschärft", kommentierte S&P-Direktor Rob Dobson. Die Kunden seien zunehmen unzufrieden und würden zögern, neue Aufträge zu erteilen. "Die Schwäche wird durch die Zwänge des Brexits noch verschärft, da höhere Kosten, Verwaltungsaufwand und Versandverzögerungen eine wachsende Zahl von Kunden dazu bringt, den Handel mit dem Vereinigten Königreich zu meiden", sagte Dobson. Dies mache sich auch zunehmend am Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Entlassungen sein so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Die britische Industrie leidet seit längerem unter anhaltenden Problemen im Welthandel. Hintergrund sind die Folgen der Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg. Außerdem lasten auch die Folgen des Brexits auf den britischen Industrieunternehmen. Hinzu kamen zuletzt Streiks in verschiedenen Branchen der Wirtschaft.