Griechische Bäcker vor dem Aus wegen Kostensteigerung

Die hohen Energiekosten stellen viele griechische Unternehmen vor große Probleme. Dabei sind Bäckereien aufgrund ihres hohen Strom- und Erdgasverbrauchs besonders stark betroffen.

Tassos Vazakas ist seit sieben Jahren Inhaber einer Bäckerei in Athen und beschäftigt 28 Mitarbeiter.

Der Unternehmer und Bäcker ist mit einer noch nie dagewesenen Situation konfrontiert. Früher zahlte er rund 1000 Euro im Monat für seine Gasrechnung, doch jetzt übersteigt sie 5000 Euro.

Unserem Reporter schildert er sein Dilemma:

"Dies ist die letzte Rechnung, vom September. Der Gesamtbetrag beläuft sich auf über 5000 Euro, und wenn es keine staatlichen Subventionen gäbe, würde er 6000 Euro erreichen. Vor einem Jahr habe ich noch etwa 1000 Euro für Erdgas bezahlt. Das ist eine Erhöhung, die wir uns nicht leisten können, die wir nicht bezahlen können. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich tun soll. Das alles ist für mich unerträglich."

Der Staat subventioniert 40 Cent für jede von einer Bäckerei verbrauchte Kilowattstunde Strom.

Die Gewerbetreibenden erkennen die Unterstützung des Staates an, fordern aber auch eine Erhöhung der Erdgassubvention und eine Senkung der Mehrwertsteuer von 13% auf 6%.

Sie argumentieren, dass sie neben den hohen Energiekosten auch mit Kostensteigerungen bei den Zutaten konfrontiert sind. Noch einmal Tasos Vazakas:

"Die Preissteigerungen bei Waren und Rohstoffen erreichen in einigen Fällen 100 %. Zum Beispiel hat sich der Preis für Mehl verdoppelt, alle Milchprodukte sind um 60 % gestiegen. Auch der Preis für Eier hat sich verdoppelt. Wo soll das hinführen?"

Unweit von Tassos` Laden ist eine Bäckerei, die neben Brot und einigen Süßigkeite auch gekochte Mahlzeiten anbietet.

Hier kocht Vaia Chroni, seit 35 Jahren. Eine solche Preiserhöhung hat sie in all den Jahren noch nie erlebt.

Jede Woche gibt sie im Supermarkt mehr Geld aus als in der Woche zuvor:

"Alles ist so teuer geworden! Der Preis für Olivenöl ist gestiegen und wir können kein Fleisch mehr kaufen. Hühnerfilet kostet mittlerweile zehn Euro, Rindfleisch über zwölf Euro. Wer kann bei solchen Preisen einkaufen? Keine Familie kann ihren Kühlschrank füllen."

Im ganzen Land gibt es rund 14.500 Bäckereien. Der Bäckerverband geht davon aus, dass 10 bis 15% seiner Mitglieder ums Überleben kämpfen.

Gewerkschafter befürchten, dass etwa 300 Bäckereien kurz nach Weihnachten schließen werden, und sie wären bei weitem nicht die ersten.

In den letzten sechs Monaten haben landesweit über 200 Bäckereien geschlossen. Die meisten waren kleine Familienbetriebe. Dem Bäckerverband zufolge häufen derzeit Hunderte von weiteren Betrieben Verluste an.

Für unseren Reporter ist es also nur eine Frage der Zeit, bis auch sie sich entschließen, dicht zu machen.