Griechenlands Notenbankchef: Keine absehbare Zinsanhebung der EZB

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Zinsanhebungen sind von der Europäischen Zentralbank (EZB) auf absehbare Zeit wohl nicht zu erwarten. Die derzeitige Markterwartung einer ersten Anhebung des Leitzinses Mitte 2023 herum gingen nicht mit den geldpolitischen Leitlinien (Forward Guidance) der EZB konform, sagte EZB-Ratsmitglied Yannis Stournaras am Donnerstag dem Fernsehsender Bloomberg TV. Auch werde die Notenbank jede Verzerrung durch das voraussichtliche Ende der Corona-Wertpapierkäufe im März 2022 versuchen zu vermeiden.

Angesprochen auf die Tendenz anderer großer Zentralbanken, die Geldpolitik etwas zu straffen, sagte Stournaras: "Wir sind nicht in der selben Position." Die Inflationsprognosen für die Eurozone seien niedriger als in den USA oder Großbritannien. Dementsprechend befinde sich die EZB auch in einer anderen geldpolitischen Phase als die US-Notenbank Fed oder die Bank of England.

Mit Blick auf die hohen Energiepreise, die die ohnehin erhöhte Inflation weiter anfachen, sagte Stournaras, man befinde sich zwar in der Mitte eines "perfekten Sturms". "Ich würde aber nicht vorschnell behaupten, dass wir jetzt Stagflation haben."

Eine derartige Situation zeichnet sich durch ein schwaches Wachstum bei zugleich hohen Inflationsraten aus. Für Notenbanken ist eine solche Phase schwer zu handhaben, da Zinsanhebungen zur Dämpfung der Teuerung das Wachstum weiter verlangsamen. Zinssenkungen könnten zwar das Wachstum anschieben, wirken aber auch inflationsfördernd.

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