Griechenlands früherer König Konstantin II. im Alter von 82 Jahren gestorben

Der frühere griechische König Konstantin II. ist mit 82 Jahren gestorben. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders ERT erlag der Cousin des britischen Königs Charles III. am Dienstag in einem Krankenhaus in Athen einem Schlaganfall. Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis kondolierte den Angehörigen und verwies zugleich auf die umstrittene Rolle des Ex-Monarchen in Griechenlands Geschichte. Die Trauerfeier ist für kommenden Montag geplant, Konstantin II. soll in der früheren griechischen Königsresidenz Tatoi im privaten Kreis beigesetzt werden.

Die Familie des früheren Königs verkündete in "tiefer Trauer" den Tod von "König Konstantin, innig geliebter Ehemann, Vater und Bruder". Griechischen Medien zufolge war der 82-Jährige in der vergangenen Woche mit Atemproblemen in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Athen eingeliefert worden.

Konstantin von Griechenland war ein Cousin des britischen Königs Charles III. und Patenonkel von dessen Sohn William. Mit dem dänischen Königshaus war er durch seine Ehe mit Anne-Marie von Dänemark, der Schwester der dänischen Königin Margrethe II., verbunden. Mit Anne-Marie bekam er fünf Kinder. Konstantins Schwester Sofia war an der Seite von Juan Carlos I. spanische Königin und ist die Mutter des heutigen spanischen Königs Felipe VI.

Konstantin II. hatte 1964 im Alter von 23 Jahren den griechischen Thron bestiegen. Bereits 1967 wurde der Spross des Adelsgeschlechts Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg durch einen Militärputsch abgesetzt, nachdem er zeitweise mit den rechtsgerichteten Militärs paktiert hatte.

In der Folge flüchtete Konstantin II. mit seiner Familie nach Rom. Später lebte er mit seiner Familie in London. 1974 wurde die Monarchie in Griechenland per Referendum abgeschafft. Im Jahr 2008 ergab eine Umfrage, dass mehr als 43 Prozent der Griechen dem früheren Monarchen die Schuld am Erstarken der Militärjunta geben. Nur zwölf Prozent der Befragten sprachen sich damals dafür aus, Griechenland wieder zu einer konstitutionellen Monarchie zu machen.

2013 zog Konstantin II. nach vier Jahrzehnten im Londoner Exil nach Griechenland zurück. In seinen letzten Lebensjahren litt er unter starken Gesundheitsproblemen.

Die Trauerfeier für den Ex-Monarchen soll am Montag in der Kathedrale Mariä Verkündigung in Athen stattfinden, wie seine Familie am Mittwoch mitteilte. Anschließend werde Konstantin II. "in der Nähe seiner Ahnen" in der früheren Königsresidenz Tatoi nördlich von Athen beigesetzt, teilte die griechische Regierung mit. Dies findet den Angaben zufolge im "privaten" Kreis statt, der frühere König werde "als Privatmann" beerdigt. Von der griechischen Regierung soll lediglich Kulturministerin Lina Mendoni teilnehmen.

Der Tod von Konstantin II. ließ die Griechen weitgehend kalt. Der konservative Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sprach den Angehörigen des Ex-Königs zwar sein "aufrichtiges Beileid" aus. Zugleich betonte er aber, sein Tod bedeute lediglich das formale Ende "eines Kapitels, das mit dem Referendum von 1974 endgültig abgeschlossen" worden sei.

Mitsotakis hob hervor, das Leben von Konstantin II. sei durch "unruhige Zeiten" in der Geschichte Griechenlands bestimmt gewesen. "Die Geschichte hat nun das Wort. Sie wird gerecht und streng über die öffentliche Figur Konstantin richten."

mhe/oer