Griechenland verwehrt 150 Jesiden Zugang zum Flüchtlingslager

Seit zwei Wochen schlafen sie im Freien.150 Jesiden aus dem Irak verwehrt die griechische Regierung den Zugang zu einem Flüchtlingslager in der Nähe der Stadt Serres im Norden Griechenlands. Das Lager beherbergt etwa 1000 Flüchtlinge. Die griechischen Behörden sagen, die Aufnahmekapazität sei erreicht, allerdings habe man angeboten, Kinder und Frauen hineinzulassen.

Laut einem Camp-Mitarbeiter sind die meisten, die draußen bleiben müssen, junge Männer. Sie sind gezwungen, auf dem Boden zu schlafen, sie können nirgendwohin gehen, niemand helfe ihnen, sie hätten Angst, sagen die Flüchtlinge. „Wir sind hier schon seit 12 Tagen. Wir sind müde, hungrig, uns ist kalt und wir haben keine Duschen“, sagt der 22-jährige Fahad, ein Jeside aus dem Irak. Er fordert die Europäische Union dazu auf, „eine Lösung für uns zu finden und einen Platz für uns in diesem Lager zu organisieren."

Vom "Islamischen Staat" verfolgt

Die Jesiden sind eine kurdisch-sprachige religiöse Minderheit, deren Gebiete im Norden Iraks 2014 durch den sogenannten "Islamischen Staat" erobert wurden. Tausende von jesidischen Frauen und Mädchen wurden damals von den Dschihadisten entführt, vergewaltigt und zu Sklavinnen gemacht.

Die griechische Regierung will die Migration ins Land beschränken und hat schon Dutzende von Flüchtlingslagern geschlossen. Vor zwei Jahren gab es in dort 121 Camps, jetzt sind es nur noch 34.