Griechenland verlängert Ausgangssperre in Flüchtlingslagern erneut bis 7. Juni

Flüchtlinge in Moria

Die griechische Regierung hat die Corona-Ausgangssperre für die Flüchtlingslager im Land anders als zunächst geplant nicht aufgehoben, sondern bis zum 7. Juni verlängert. Die Ministerien für Zivilschutz, Gesundheit und Migration hätten die Verlängerung der vor zwei Monaten verhängten Ausgangssperre vereinbart, teilte das Migrationsministerium am Donnerstag in einer kurzen Erklärung ohne Erläuterung der Gründe mit.

In den völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln wurden bislang keine Corona-Infektionen festgestellt. Auf dem Festland infizierten sich hingegen Dutzende Bewohner von drei Flüchtlingseinrichtungen, Todesopfer gab es aber bisher dort nicht.

Auf den nahe der Türkei gelegenen Ägäis-Inseln leben statt der vorgesehenen 6100 mehr als 38.000 Flüchtlinge. Die griechische Regierung hat daher zugesagt, 2000 Asylsuchende aus den überfüllten Lagern auf den Inseln auf das Festland zu verlegen.

Griechenland hat mittlerweile in anderen Bereichen mit Lockerungen der Corona-Beschränkungen begonnen. Am 4. Mai wurden die generellen Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Vergangene Woche öffneten alle archäologischen Stätten unter freiem Himmel wieder, die Lokale im Land folgen am Sonntag. Am 15. Juni soll die Touristen-Saison offiziell beginnen. Bislang wurden 2853 Corona-Infektionen in Griechenland nachgewiesen, 168 Infizierte starben.